• Im Mai 2000 soll es losgehen. Der Senat entschied sich für Konzept des Augsburger Konzerns Walter Bau AG.

Berlin : Im Mai 2000 soll es losgehen. Der Senat entschied sich für Konzept des Augsburger Konzerns Walter Bau AG.

Sigrid Kneist

Der Baukonzern Walter Bau AG soll im Mai 2000 mit der Sanierung und Modernisierung des maroden Olympiastadions beginnen. Der Senat hat sich gestern für das Konzept des Konsortiums entschieden, das einen Sanierungsfestpreis von 520 Millionen Mark vorsieht. Nach Angaben von Bausenator Jürgen Klemann hat der Konzern das für das Land günstigste Angebot vorgelegt. Berlin will sich an den Kosten mit 125 Millionen Mark und einem Darlehen von 95 Millionen Mark beteiligen. Während des gesamten Umbaus soll der Spielbetrieb möglich sein.

Die Augsburger Walter Bau AG, an der auch die niederländische Bank ABN-AMRO beteiligt ist, hat sich gegen die zuletzt noch im Verfahren befindlichen Konkurrenten Hochtief und Depfa Immobilien als "bevorzugter Bieter" durchgesetzt. Das Angebot von Walter Bau sehe finanzielle Reserven für verschiedene Risiken vor, mit denen eine unverhältnismäßige Inanspruchnahme des Landes vermieden werden solle, sagte der scheidende Bausenator Klemann. Die konkreten Vereinbarungen zwischen Senat und Konzern sollen jetzt in den nächsten Wochen ausgehandelt werden, so dass die Verträge Anfang des Jahres unterschrieben werden können. Unmittelbar nach dem DFB-Pokalendspiel im Mai 2000 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Zur Finanzierung des Projekts stellt der Baukonzern über einen Fonds rund 100 Millionen Mark an Eigenmitteln bereit, 75 Millionen Mark über ein Baudarlehen von der niederländischen Bank ABN-AMRO sowie weitere 25 Millionen Mark über Mieteinnahmen. Der Bund hat 100 Millionen Mark, die in drei Raten gezahlt werden sollen, zugesagt, um die Einhaltung der strengen Regularien des Weltfußballverbands Fifa im Rahmen der deutschen Bewerbung für die Fußball-WM im Jahr 2006 sicherzustellen. Vom Land Berlin sollen jetzt ebenfalls in drei Raten weitere 125 Millionen Mark kommen sowie 95 Millionen Mark über ein öffentliches Darlehen, das zu sechs Prozent verzinst werden muss.

Wie Klemann weiter sagte, bleibt das Land Berlin Eigentümer des Areals. Die Erbpachtrechte werden für 30 Jahre zu einem symbolischen Preis von einer Mark vergeben. In einer Besitzgesellschaft sollen Berlin 25,1 Prozent und der Baukonzern 74,9 Prozent der Anteile halten. "Damit ist der Einfluss des Landes gewährleistet", sagte Klemann. Darüber hinaus soll eine Betreibergesellschaft gegründet werden, in der neben dem Land Berlin (25 Prozent) und Walter Bau (37,5 Prozent) der Fußball-Bundesligist Hertha BSC mit ebenfalls 37,5 Prozent vertreten sein sollen. Der Fußballverein garantiert nach Klemanns Worten über einen Zeitraum von zehn Jahren jährliche Einnahmen in Höhe von rund zehn Millionen Mark.

Hertha-Präsident Walter Müller sagte, mit dem Umbau werde das Tor geöffnet für ein großes Berliner Sportgelände. Er könne sich vorstellen, dass dort ein modernes Vereinszentrum für Hertha BSC entstehe. Hans-Jürgen Hecklau vom Vorstand der Walter Bau AG kündigte an, dass rund 60 Prozent der Bauleistung mit einem Investitionsvolumen zwischen 250 und 300 Millionen Mark öffentlich ausgeschrieben werden sollen, um die Berliner Bauwirtschaft zu beteiligen.

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