Im Rückblick : Kirche - Alte und neue Herausforderungen

26.09.2010 16:51 Uhr

TEILUNG

Nach dem Krieg entstand 1945 die „Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg“. Mit dem Bau der Mauer 1961 gab es Synode und Kirchenleitung in Ost und West. Die Voraussetzungen dafür waren schon zwei Jahre vorher geschaffen worden. 1972 wurde für die Ost-Region mit Albrecht Schönherr ein eigener Bischof gewählt. Die katholische Kirche hielt trotz der Teilung an einem Bistum fest.

OPPOSITION

Anfang der Achtziger formierte sich unter dem Dach der Kirche die Friedensbewegung. „Schwerter zu Pflugscharen“ war das Motto, das auch im Westen aufgegriffen wurde.

Die Zionskirchgemeinde in Mitte stellte Oppositionsgruppen Raum zur Verfügung, unter anderem die Umweltbibliothek. Während der „friedlichen Revolution“ 1989 spielten die Kichen in der DDR eine große Rolle. Während der Feiern zum 40. Jahrestag der DDR trafen sich beispielsweise 2000 Oppositionelle in der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg.

ZUSAMMENWACHSEN

Zu den rund 950 000 evangelischen Christen im Westteil der Stadt kamen 100 000 Kirchenmitglieder aus den Ost-Berliner Bezirken. Auch die Kirchenstrukturen wurden zusammengeführt. Von 1991 an gab es wieder eine gemeinsame Synode. Der West-Berliner Bischof Martin Kruse, seit 1977 im Amt, wurde Bischof von Berlin-Brandenburg. Katholiken gab es zur Wende rund 320 000 in Berlin, davon lebten 38 000 im Ostteil der Stadt.

MITGLIEDERSCHWUND

Seit der Wende sanken die Mitgliederzahlen der evangelischen Kirche dramatisch: In Berlin gehören ihr nur noch knapp 660 000 an. In den Neunzigern mehrten sich die Austritte. Die Zahl der Gemeinden sank von 332 auf derzeit 190. Auch die Katholiken verloren in den 90ern knapp 15 000 Mitglieder. Seit der Jahrtausendwende stieg die Zahl durch Zuzügler auf 316 000. Die Zahl der Gemeinden sank durch Fusion von 117 auf 62.

AKTUELLE PROBLEME

Den Protestanten fehlen junge Seelsorger. Die Landeskirche geht davon aus, dass es in den kommenden zehn Jahren einen Pfarrermangel geben wird. Außerdem schließt sie inzwischen auch nicht mehr den Abriss von Gotteshäusern aus. Diesen Schritt ist die katholische Kirche bereits gegangen. 2005 wurde in Gatow die St. Raphael-Kirche abgerissen. Erst in dieser Woche kündigte das Erzbistum an, sich von drei Kirchbauten zu trennen. sik

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