Berlin : Im Wahlspot der SPD spricht Pflüger

CDU-Spitzenkandidat lobt Wowereit

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Die Berliner SPD hat einen neuen Hauptdarsteller. Der heißt Friedbert Pflüger und soll ab heute 60 Kinosäle jeden Abend zum Lachen bringen. Der Wahlwerbespot, 30 Sekunden lang, heißt „Wowereit hat völlig Recht“. Im Wahlwerbe- Video kommt allein der CDU-Spitzenkandidat zu Wort, der in schnellen Schnitten Sätze sagt wie: Man könne Wowereit nicht kritisieren und Wowereit mache alles richtig. Das löste gestern bei einem Treffen von SPD-Mitarbeitern in der Parteizentrale den Wunsch aus, den Spot ein zweites und drittes Mal abzuspielen.

Der SPD-Spitzenkandidat Klaus Wowereit, der in dem Filmchen nur eine stumme Nebenrolle spielt, hat sich den Kinospot schon gestern früh angeschaut. Dazu ein neues Großplakat, mit dem die Sozialdemokraten die letzten zwei Wochen im Wahlkampf bestreiten wollen. Es zeigt ein Porträt des Regierenden, der den Wählern fest in die Augen schaut. Seriös bis zum Abwinken, dunkelblauer Anzug, hellblaue Krawatte und nicht mehr grauschopfig wie auf den bisherigen Werbeplakaten. Frank Stauss, Geschäftsführer der Agentur Butter, die schon jede Menge SPD-Wahlkämpfe betreute, erklärt die Botschaft: „Klaus Wowereit – unser natürlicher Regierender“. Ein Mensch wie du und ich. Trotzdem sei die Kampagne staatstragender als 2001. Die SPD zeige jemanden vor, „der dem Regierungsamt gewachsen ist“.

Allerdings habe die SPD ein Luxusproblem, sagte Stauss den etwa 35 Genossen in der Wahlkampfzentrale in der Weddinger Müllerstraße. Wowereits Beliebtheitswerte lägen bei 65 Prozent, während die SPD bei der Abgeordnetenhauswahl mit knapp über 30 Prozent rechnen könne. Deshalb werden die Großplakate, die den Kandidaten überlebensgroß zeigen, wenige Tage vor der Wahl mit Aufklebern versehen. „Störer“ heißt das im Fachjargon und da steht drauf: „Wer Klaus Wowereit will, muss SPD wählen“.

Der Regierende Bürgermeister hat seinen PR-Leuten gesagt, dass er „sehr glücklich“ mit dem bisherigen Verlauf der Wahlkampagne sei. Aber die Sektkorken, warnte SPD-Landesgeschäftsführer Rüdiger Scholz gestern, könne man noch nicht knallen lassen. „In die Endkurve des Wahlkampfrennens müssen wir uns mächtig reinhängen.“ Etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten wüssten noch nicht, ob und wen sie wählen sollen. Deshalb werde die Partei bis zur Wahl „massiv nach außen treten“. za

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