Berlin : Im Wohnzimmer durch Berlin

Stretchlimousinen werden immer beliebter

John Patrick Nikisch (ddp)

Sie wollen den Glamour nach Berlin bringen. Und zwar im großen Stil. „Momentan gibt es nach unserem Wissen keine größeren Stretchlimousinen in Berlin“, sagt Eyck Bühle. Seit zweieinhalb Jahren verleihen der 27-Jährige und sein Kompagnon Robert Gummich Autos. Beverly Cars heißt ihre Firma, und der Name ist Programm. „Es gibt viele große Firmen, die große Autos anbieten“, sagt Bühle. Beverly Cars trumpft mit Luxuskarossen von Rolls Royce und jungen Klassikern wie dem Ford Mustang auf. Und mit Stretchlimousinen.

Knapp neun Meter messen diese fahrbaren Wohnzimmer mit Ledercouch, Bar, Klimaanlage, CD-Wechsler und Fernseher hinter dunkel getöntem Spiegelglas. Trotzdem: „Man fällt auf mit dem Wagen“, sagt Bühle. Während des Robbie-Williams-Besuches zogen die Luxusgefährte immer wieder kreischende Mädchen an, die ihr Idol hinter der verspiegelten Scheibe vermuteten. Letztere lassen sich laut Bühle wie selbstverständlich in den noblen Wagen durch die Lande chauffieren. „Die wissen halt, was sie wollen“, sagt der gelernte Versicherungskaufmann. Das sei bei weniger bekannten Zeitgenossen, die den Chauffeurdienst in Anspruch nehmen oder sich eines der Autos als Selbstfahrer leihen wollen, nicht immer so.

Trotzdem: die Nachfrage steigt, sagt Bühle. Dafür sorgten schon die vielen nach Berlin gezogenen Oldtimer-Fans. Die können nicht nur auf die firmeneigenen Fahrzeuge wie den Ferrari 355 zurückgreifen. „Wenn jemand einen besonderen Wagen haben will, versuchen wir, auch den zu besorgen“, sagt Bühle. Egal, ob es ein 1947er Bentley oder ein alter Rolls Royce sei. Möglich machen es die guten Kontakte zu anderen Autofreaks. Denn mit ihrer Firma geben Bühle und Gummich auch einer offenbar tief verwurzelten Passion nach.

Am Anfang war die Faszination Auto. Bühle: „Vermutlich ist die bei mir angeboren.“ Teure Luxusfahrzeuge hätten ihn schon als kleines Kind angezogen. „Wenn einen das packt, kann man nichts dagegen tun“, sagt auch Gummich, „nur etwas dafür.“ Und wenn schon, dann richtig. Statt sich mit dem Sammeln von Automodellen und dem Anschauen von Formel-1-Rennen im Fernsehen zu begnügen, beschlossen die beiden, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Der fordert das Duo vor allem in der Vorweihnachtszeit und in den Sommermonaten. „Es ist ein Saisongeschäft“, sagt Bühle. Im Winter griffen vor allem Firmen gerne als Gag für ihre Weihnachtsfeier auf die Autos zurück. In der warmen Jahreszeit seien besonders repräsentative Luxuswagen mit Chauffeur gefragt. Vor allem für Hochzeiten“, sagt Bühle. Aber auch der Bedarf nach Cabrios zum Selbstfahren steige im Sommer deutlich an. Nicht nur Männer fragen übrigens nach den Autos . Immer mehr Frauen zählen die beiden zu ihren Kunden, die sich ihren Wochenendtrip an die Ostsee mit einem flotten Flitzer krönen wollen, sagt Bühle.

Weiteres im Netz:

www.beverlycars.de

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