Berlin : Im Zeichen der Quadriga: Erdogan und Karsai geehrt

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Ungewöhnlich diszipliniert zeigten sich die Gäste der „Quadriga“Verleihung am Sonntagabend. Wegen des hohen Sicherheitsaufwandes bei der Veranstaltung am Gendarmenmarkt war das geladene Publikum gebeten worden, schon eine halbe Stunde vor Beginn der Feier im Konzerthaus seine Plätze im Saal einzunehmen, der mit Gipsabdrücken der Quadriga-Pferde dekoriert war – und alle befolgten die Anweisung.

Der Grund für die außergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen waren die Preisträger, die der Verein Werkstatt Deutschland ausgewählt hatte. Neben dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan wurde auch Afghanistans Präsident Hamid Karsai mit dem Preis für seine Arbeit ausgezeichnet.

Erdogan ehrte der Verein als „Brückenbauer zwischen Orient und Okzident“. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bezeichnete den Preisträger in seiner Laudatio als Politiker, der eine gesellschaftliche und politische „Reform-Dynamik“ in Gang gesetzt habe, die in der Geschichte der Türkei beispiellos sei. Vor der Verleihung hatte Erdogan bereits eine Tour durch die Stadt hinter sich, bei der er unter anderem 50 deutsch-türkische Unternehmer zum Frühstück getroffen hatte.

Karsai, der am Sonntag zu einem Kurzbesuch nach Berlin gereist war, erhielt die Quadriga für sein Eintreten beim Aufbau seines Landes. Mit Karsai werde die „Utopie friedvoller Zeiten“ für die Menschen in Afghanistan Wirklichkeit, teilte der Verein mit. Die Auszeichnung ging außerdem an den tschechischen Bürgerrechtler Simon Pánek, an den Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmitt und den Konzertsänger Thomas Quasthoff.

Unter den prominenten Gästen, die sich am Buffet einstimmten und später im Pergamonmuseum weiterfeiern wollten, waren Politiker, Unternehmer und Schauspieler: Neben Mario Adorf und Lech Walesa sah man im Getümmel Klaus Böger, Jörg Schönbohm, Hartwig Piepenbrock und Lothar de Maizière. Bi/suz/cvm/lvt

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