Berlin : Im Zweifel für die Kultur

Senat beschließt, dass Arena-Chef das Metropol kaufen darf

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Das MetropolTheater bleibt ein Ort der Kultur. Der Senat hat gestern beschlossen, dass der Kulturveranstalter Falk Walter die berühmte Immobilie in der Friedrichstraße für eine Million Euro kaufen darf. Der bereits ausgehandelte Kaufvertrag, den Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) aus der Welt schaffen wollte, muss aber nachgebessert werden. Der Senat soll für zehn Jahre ein Rückabwicklungsrecht behalten für den Fall, dass die kulturelle Nutzung des Metropol-Theaters aufgegeben wird. Finanzspekulationen mit dem zentral gelegenen Grundstück sollen auf diese Weise verhindert werden.

„Wir glauben, dass der neue Eigentümer in der Lage ist, das Metropol zu wuppen“, sagte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) nach der Senatssitzung. Walter betreibt in Treptow das Veranstaltungszentrum „Arena“ und in Charlottenburg die Diskothek „Big Eden“. Um das Metropol-Theater zu sanieren, hat er sich verpflichtet, binnen drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in das Gebäude zu stecken. Außerdem wird Walter den Mietvertrag mit dem benachbarten Kabarett „Distel“ übernehmen. Die historische Fassade bleibt erhalten, aber trotz Denkmalschutz-Auflagen werde der Senat dem neuen Eigentümer ermöglichen, „ein Amüsierareal unter heutigen, modernen Bedingungen zu etablieren“, so Strieder.

Der Finanzsenator musste sich dem Senatsbeschluss beugen. Er hält den Kaufpreis von einer Million Euro für zu niedrig. Der Verkehrswert betrage 15 Millionen Euro. Lieber solle man das Grundstück noch liegen lassen. Daraus wird nichts. Mit der kulturellen Nutzung könne sehr viel mehr für Berlin bewirkt werden als mit höheren Verkaufseinnahmen, fasste Strieder die Diskussion im Senat zusammen. Dies ist der dritte Verkauf des Metropols seit 1990. 1996 ging die traditionsreiche Operettenbühne an René Kollo als Alleingesellschafter über, der ein Jahr später in Konkurs ging. 2001 kaufte die Stage-Holding das Grundstück für einen Euro, aber der Vertrag wurde wenig später rückabgewickelt. za

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