Imitator und Original : Falscher Wowi trifft echten Wowereit

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit stolpert über den Wowi-Imitator und ist wenig amüsiert. "Ich find’s saudoof", erklärte er brüsk.

Stefan Jacobs
Wowi
Zufällige Begegnung: Wowereit und sein Imitator Brandt. -Foto: Davids

Die Begegnung des falschen Klaus Wowereit mit dem echten dauert zwei Minuten. Genug Zeit für den echten, fünf Mal über den falschen zu lästern: „Ich find’s saudoof, was Ihr da macht … ist ja noch nicht mal lustig … wenn’s wenigstens gut gemacht wäre … aber einfach nur schlecht …“. Danach schaut der falsche ein bisschen bedröppelt und geht wieder zum Bus, der nur kurz vor dem Roten Rathaus gehalten hatte, aus dem zufällig gerade der Echte herauskam.

Der falsche Wowereit besteht aus drei Elementen: eine Handpuppe aus Gummi, ein Gagschreiber und ein Stimmenimitator. Der heißt Elmar Brandt, hat schon Gerhard Schröder imitiert und erzählt neuerdings beim Radiosender RTL morgens seine Sicht der Dinge. Laut Hörerumfragen ist das so komisch, dass der Sender das Programm um „Wowi-Ride – Berlins lustigste Stadtrundfahrt“ erweitert hat, in Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen BBS. (Infos online unter www.wowi-ride.de) Zur gestrigen Premiere waren Brandt und Puppe selbst anwesend; sonst kommen die Erklärungen aus der Konserve und die Puppe via Monitor. Sie sagt zum Beispiel, wenn der Bus am KaDeWe vorbeifährt: „Ich gehör’ ja eher zur Volllaufkundschaft in der Feinschmeckerabteilung“, zählt bei der Fahrt durch Tiergarten die Botschaften von „Lettland, Estland, Mailand, Helgoland und Legoland“ auf und charakterisiert die Philharmonie als „Mischung aus Feng Shui und 5,8 auf der nach oben offenen Richterskala“. Dazu gibt’s deftige Kost wie „Wowi hat den Längsten“ (Fernsehturm) und „Ich wär’ bestimmt ’ne hammergeile First Lady“ (Schloss Bellevue).

Elmar Brandt, die Wowi-Stimme, hat sich nach dem Dämpfer vor dem Roten Rathaus schnell gefangen. Er sagt, man solle sich als Satiriker nicht vom Urteil seines Opfers abhängig machen. Außerdem habe Altkanzler Schröder seine Parodie auch nicht gemocht. Stefan Jacobs

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