Berlin : Immer am Ball

Das Nachbarschaftshaus Urbanstraße feiert 50-jähriges Bestehen

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Eigentlich wollten die Offiziere des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiments No. 2 hier stilvoll speisen. Doch als Offizierscasino wurde das 1913 erbaute Haus an der Urbanstraße dann doch nicht genutzt.

Seit 50 Jahren dient das Gebäude obendrein der Allgemeinheit: Der Verein Nachbarschaftshaus Urbanstraße betreibt hier soziale und kulturelle Arbeit für den Bezirk. In der Nachkriegszeit fanden arme und einsame Kreuzberger in den großzügigen Räumen Mittagstisch und Geselligkeit; später erweiterte sich das Spektrum der Aktivitäten. Heute sieht ein Tag im Nachbarschaftshaus etwa so aus: Morgens bringen Eltern ihre Kleinen in die Kita, die sich im oberen Stockwerk befindet. Danach treffen sich ältere Damen und Herren zum Frühstücken oder Kartenspielen, Migrantinnen kommen zu Sprachkursen, Entspannungssuchende zu Yogakursen, die Angestellten des Vereins Nachbarschaftshaus Urbanstraße organisieren in ihren Büros die Stadtteilarbeit, Ehrenamtliche helfen überall mit. „Wir sind ein offenes Haus, offen für Menschen, die herkommen, und für ihre Ideen“, sagt Markus Runge vom Nachbarschaftshaus.

Und abends gerät der Saal ins Schwingen. Donnerstags hallt er wider von den Stimmen des Männergesangsvereins „Berliner Liedertafel“, an vier Abenden veranstaltet die Tanzschule taktlos Tanzkurse. Regelmäßig lädt sie auch zu Tanztees und Bällen ein. Walzer, Foxtrott, Stimmengewirr und Gläserklirren: Da könnte sich ein Offizier aus der Kaiserzeit sogar ein wenig an die Ballnächte seiner Jugend erinnert fühlen. D.N.

Urbanstraße 21, 10961 Berlin, www.nachbarschaftshaus.de. Heute gibt es einen Benefizball anlässlich des 50-jährigen Bestehens. Restkarten unter Telefon 69 04 97 0, Infos zu Tanzveranstaltungen unter www.taktlos.de

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