• Immer der Neigung nach: Spandauer Gesamtschule startet neuen Versuch mit Spezialklassen

Berlin : Immer der Neigung nach: Spandauer Gesamtschule startet neuen Versuch mit Spezialklassen

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Die Martin-Buber-Oberschule - eine der beliebtesten Gesamtschulen der Stadt - startet ein zukunftsweisendes Projekt. Mit Beginn des kommenden Schuljahres sollen so genannte neigungsorientierte Klassenzüge gebildet werden, berichtete Schulleiter Elmar Kampmann vor dem bezirklichen Bildungsausschuss. Die zuständige Senatsverwaltung hat die Genehmigung des Modellversuchs bereits zugesagt, hieß es.

Auf 160 Plätze kamen im vergangenen Jahr 460 Bewerbungen, sagte Kampmann. Bisher entschieden die Länge des Schulweges oder das Los über die Aufnahme. Jungen und Mädchen aus entfernteren Ortsteilen hatten schlechte Karten. Von dem neuen Verfahren verspricht man sich mehr Gerechtigkeit und eine Steigerung des Gruppengefühls, von der auch schwächere Schüler profitieren.

Qualifikation entscheidet

Vorgesehen sind fünf Klassen mit den Schwerpunkten Musik, Kunst, Sport, Fremdsprachen und Technik/Naturwissenschaften. Für die Aufnahme entscheidet dann nicht mehr die Nähe des Wohnortes, sondern die Qualifikation. Wer beispielsweise bereits an der Musikschule ein Instrument erlernt, an Kursen der Jugendkunstschule teilnimmt oder die Bundesjugendspiele erfolgreich absolvierte, hat gute Karten. "Wir streben in keiner Weise eine Elitebildung an", betonte Kampmann. Inbesondere Schüler, die in den klassischen Fächern schwächer sind, würden durch die Neigungsorientierung das Gefühl erhalten, "hier kann ich etwas besser machen".

Die Entwicklung jedes einzelnen Schülers basiere auf einer positiven Gruppenzugehörigkeit, so Kampmann. Gemeinschaften gleicher Interessenslage mit einem Klassenlehrer entsprechender Neigung hätten hier die größten Erfolgschancen. Die "Corporate Identity" sei für eine Gesamtschule von besonderer Bedeutung. "Jede Klasse muss das Gefühl haben, ein wichtiger Teil des Mosaiks zu sein". Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden in der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung, Kersten Schnöder, bedeutet das neue Angebot sogar einen "Einstieg in den Ausstieg aus dem bildungspolitischen Einheitsbrei".

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