Berlin : Immer ein As im Ärmel

Juliana Chen bezaubert das Wintergarten-Publikum mit verblüffenden Spielkartentricks

Lothar Heinke

Juliana Chen bezaubert ihr Publikum – mit Tricks und Charme. Die Magierin tritt derzeit im Wintergarten Varieté auf, wo bis zum 30.Oktober die Show „Zauber Zauber“ läuft. ist Die „Revue der Wunder“ besteht fast nur aus Magie. Zauberei ist eine leise Angelegenheit, auch Juliana Chens Auftritt ist verhalten und still, wie das Staunen über die raffinierte Kunst der einzigen Weltmeisterin der Zauberei. Aber am Schluss bricht der Beifall los, und noch lange nach der Show in der Potsdamer Straße fragt man sich: Wie macht die das bloß?

Die zarte Chinesin, die seit 1988 in Kanada lebt, wechselt zunächst dauernd Kleider und Masken, und dann verwirrt sie das Publikum, indem sie aus dem Nichts erst einige und dann ganze Hände voll Spielkarten holt, die sie ins Publikum schnipst, um sich – wie? wie? woher? – mit neuen Karten zu versorgen. Man kommt nicht dahinter, aus welcher Rockfalte sie die zieht. Bis zu 600 Karten verbraucht Juliana Chen in einer Vorstellung, am Ende regnet es Asse und Herzen – und Juliana lässt sich feiern.

Dann lauert schon hinter der Bühne ihr bester Freund, ein grau-braunes Hündchen namens Christina, ohne das sie nie reist, wahrscheinlich ist das ihr Glücksbringer. Aber: „Ohne harte Arbeit gibt es auch kein Glück“, sagt sie und erzählt von ihrem Künstler-Leben, das begann, als sie zehn Jahre alt war. Damals gehörte sie in der Provinz Hunan zu den wenigen, die aus 200 Bewerbern für das Ballett des Chinesischen Nationaltheaters erwählt wurden, aber nach einem Sturz musste sie das Tanzen aufgeben. Juliana lernte, mit den Füßen zu jonglieren, Bälle, Regenschirme und Tischdecken wirbelten durch die Luft, dann entdeckte sie ihr Herz für die Zauberei und startete 1983 ins Reich der Magie.

Während des Interviews lässt Juliana Chen einen kleinen Gummiball durch ihre Finger kreisen – Schule der Virtuosität, als ob das Publikum im Wintergarten Rachmaninows Klavierkonzert erwartet. „Üben hört nie auf, nur so wird jeder auf seinem Gebiet ein Virtuose sein.“ Das erkannten auch die Juroren, die sie bei einem Wettbewerb 1997 in Dresden in ihrer Kategorie zur Weltmeisterin kürten. Die Chinesin jettet seither noch mehr durch die Welt. Bis 2006 ist sie ausgebucht. Von Berlin hat sie nicht viel gesehen, dennoch gibt es keinen Zweifel: „Oh, ich liebe Berlin!“

Zauber Zauber, Wintergarten-Varieté, Kartentelefon: 25008888

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