Berlin : Immer mehr Arbeit, immer weniger Geld

„Kultur gehört zu den Wachstums- branchen in Berlin“ Jörn Merkert, Berlinische Galerie

Ulrich Clewing

Sparmaßnahmen in der Berliner Kultur? Die Problematik, sagt Jörn Merkert, Direktor der Berlinischen Galerie, sei „schwierig zu fassen. „Es handelt sich ja nicht um willkürliche Kürzungen wie pauschale Minderausgaben von zehn Prozent.“ Nicht nur an seinem Haus beobachtet der Chef des Landesmuseums für moderne Kunst, Fotografie und Architektur das Phänomen: mehr Arbeit für weniger Geld. Hinzu kommt die Tendenz, immer mehr Drittmittel einzuwerben – neben Eintrittsgeldern, Katalogverkauf und Beiträgen von Freundeskreisen auch Sponsorengelder und halbstaatliche Mittel wie von der Berliner Lottostiftung. Die Bilanz der Berlinischen Galerie kann sich sehen lassen: Zu 3,6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt wirbt Merkert jährlich die gleiche Summe zusätzlich ein. Trotzdem reicht es nur knapp. Gleichwohl wehrt sich Merkert dagegen, Ausstellungen nur noch nach Popularität auszusuchen. „Die Hauptstadt darf sich da nicht das Wasser abgraben.“ Schließlich seien die Kultur und der Kulturtourismus Wachstumsbranchen in Berlin.

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