Berlin : Immer mehr Berliner nicht krankenversichert

Ingo Bach

Immer mehr Berliner haben keine Krankenversicherung. Allein in Berlin sind nach Schätzungen der Senatsgesundheitsverwaltung zwischen 18 000 und 20 000 Menschen ohne Schutz – etwa weil sie selbstständig waren und sich nach einer Pleite keine Krankenkasse mehr leisten können. Oder im Alter nicht mehr genügend Geld zur Verfügung haben, um die Beiträge für die private Krankenversicherung zu bezahlen. Eine Rückkehr in die gesetzlichen Kassen ist ihnen dann verwehrt. Die Zahl der Betroffenen wird immer größer: 1995 waren noch 8000 Berliner ohne Krankenschutz, 2003 waren es schon 16000. „Eine beunruhigende Tendenz“, sagt die Berliner Patientenbeauftragte Karin Stötzner.

Diese Entwicklung könnte sich nach dem 31. März noch weiter verstärken. Denn dann fällt durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV eine große Gruppe von Menschen aus der Pflichtversicherung bei den gesetzlichen Krankenkassen heraus: Bezieher der bisherigen Arbeitslosenhilfe und erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger, die zum 1. Januar das Arbeitslosengeld II beantragen mussten, es aber nicht bekommen, weil beispielsweise der Partner in einer nichtehelichen Gemeinschaft zu viel verdient. Diese müssen sich bis spätestens 31. März bei einer gesetzlichen Krankenkasse für eine freiwillige Mitgliedschaft anmelden, teilte die Gesundheitsverwaltung jetzt mit. „Dann sind sie für den monatlichen Mindestbeitrag von rund 130 Euro weiterhin gesetzlich versichert“, sagt die Patientenbeauftragte Stötzner. Verpassen die Betroffenen aber diesen Termin, dann sei eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung „äußerst schwierig“, warnt Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS).

Das Büro der Patientenbeauftragten ist wochentags von 10 bis 14 Uhr unter Telefon 9028 2010 zu erreichen.

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