Berlin : Immer mehr Väter erhalten Elterngeld

Berliner Väter kümmern sich immer mehr um ihre Kinder und sind bereit, dafür beruflich kürzer zu treten. So zumindest kann man die neusten Zahlen der Senatsverwaltung zum Elterngeld interpretieren: Gut elf Prozent der erfolgreichen Antragssteller in den ersten sechs Monaten seit der Einführung des Elterngeldes waren Männer. Im Bundesdurchschnitt sind es nur sieben Prozent. 8417 Anträge wurden seit dem 1. Januar bewilligt, 934 davon hatten Väter gestellt.

„Das sind rudimentäre Zahlen. Man kann anhand dieser Statistik noch keine allgemeingültigen Aussagen treffen“, sagt jedoch Kenneth Frisse, Sprecher der Jugendverwaltung. Man müsse abwarten, bis sich die Datenlage in einigen Monaten „stabilisiert“ habe. Daten für die einzelnen Bezirke wolle der Senat derzeit nicht veröffentlichen, sagte Frisse. „Das Elterngeldgesetz ist kompliziert und wurde sehr kurzfristig beschlossen.“ Deshalb gebe es in einigen Bezirken einen „Bearbeitungsrückstau“ von zwei Monaten. „Da müssen ganze Berge von Anträgen abgearbeitet werden“, sagte Frisse.

Das sei auch in anderen Bundesländern der Fall. Deshalb wollen die Jugendverwaltungen der Länder im September über eine Vereinfachung des Gesetzes diskutieren. In der Statistik ist eine deutliche Steigerung der bewilligten Anträge vom ersten zum zweiten Quartal zu sehen: Nur 2347 waren es von Januar bis Ende März, 6070 hingegen von April bis Ende Juni.

Seit Januar gibt es statt Erziehungsgeld das Elterngeld. Jede Mutter und jeder Vater können jeweils einen Antrag auf Elterngeld stellen. Paare können selbst entscheiden, welcher Elternteil wie lange Elterngeld bezieht. Wenn auch der Vater mindestens zwei Monate in seinem Beruf aussetzt, wird das Elterngeld statt zwölf Monate 14 Monate lang gezahlt. Es beträgt 70 Prozent vom Nettoeinkommen, maximal 1800 Euro. Über die durchschnittliche Höhe des in Berlin bewilligten Elterngeldes habe der Senat noch keine Angaben, sagte Frisse. dma

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