Berlin : Immer noch hier

Elisabeth Binder

erinnert sich an die Ängste beim Abzug der Alliierten Wehmut bestimmte den langen Abschied von den Alliierten, der heute vor zehn Jahren beim Großen Zapfenstreich seinen Gipfel erreichte. In die Wehmut mischte sich auch eine leise Furcht. Ohne die Soldaten, die während des Kalten Krieges zu Freunden wurden, würde die Stadt an Internationalität verlieren, würde farbloser, vielleicht sogar bedeutungsloser.

Zehn Jahre nach dem großen Abschied kann man sagen: Die Befürchtungen haben sich nicht erfüllt. Auch ohne die Folklore von Flugtagen und Truppen-Paraden schlägt in Berlin nach wie vor das Herz der deutsch-amerikanischen Freundschaft – unabhängig von den jeweils vorherrschenden politischen Befindlichkeiten. Das konnte man zum Beispiel an den spontanen Solidaritätsbekundungen nach dem 11. September sehen.

Die Soldaten sind fort, und viele Berliner denken nach wie vor sehr gern an sie zurück. An ihrer Stelle sind aus den Ländern der ehemaligen Alliierten junge, kreative Leute gekommen, die hier studieren oder ihre künstlerischen Talente vom großen Abenteuerspielplatz Berlin inspirieren lassen. Mit der American Academy hat die Stadt zudem einen intellektuellen Leuchtturm bekommen. Es wird eben doch nicht alles immer nur schlechter.

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