Berlin : Immer wieder werden Beamte attackiert

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Jeden Tag können Polizisten bei ihren Einsätzen in Gefahr geraten. Dass auf sie geschossen wird, ist dabei eher selten. Es kommt aber immer wieder vor. Und manche dieser Attacken enden tödlich.

Die zwei schlimmsten Fälle aus der jüngsten Vergangenheit passierten im Jahr 2003. Im April 2003 starb der 37-jährige Elitepolizist Roland Krüger. Der Beamte des Spezialeinsatzkommandos wurde durch einen Kopfschuss getötet. Am 23. April hatten mehrere SEK-Beamte im Neuköllner Rollbergkiez die Wohnung einer libanesischen Großfamilie gestürmt. Der angeklagte Schütze hatte behauptet, er habe einen Racheakt eines verfeindeten Familienclans befürchtet und deshalb gefeuert. Roland Krüger starb im Krankenhaus, ohne je wieder das Bewusstsein zu erlangen. Er hinterließ eine Lebensgefährtin und eine kleine Tochter. Roland Krüger war der erste SEK-Beamte, der in Berlin getötet wurde.

Im Juni 2003 wurde dann der 40-jährige Polizeimeister Jürgen R. in Kreuzberg von einem Amokläufer durch einen Schuss in den Bauch lebensgefährlich verletzt. Der 37-jährige Schütze hatte an der Wiener Straße erst seine Freundin ermordet, dann auf einen Radfahrer geschossen. Bevor ihn die Polizei festnehmen konnte, tötete sich der 37-Jährige selbst.

Im Januar 2004 wurde in der Nähe des Kanzleramtes ein 33-jähriger Zivilpolizist von einem 62-jährigen Wohnungslosen vor einem Baucontainer beschossen. Der Beamte wurde am Oberkörper getroffen, überlebte aber. Im August 2004 wurde der 48-jährige Polizeihauptmeister Egbert M. mit einer 50 Zentimeter langen Eisenstange schwer am Hals verletzt. Der Polizist war mit einer Kollegin im Stadtteil Wedding auf einer Streifenfahrt unterwegs. Ein Jugendlicher hatte die Stange von einem Balkon geworfen, „um die Polizei zu ärgern“, wie er vor Gericht erklärte. Die Stange bohrte sich in den Hals des Polizisten. In der Silvesternacht 2004 schoss in Schöneberg ein Mann aus dem Hinterhalt auf einen Streifenwagen, in dem zwei Polizisten saßen. Ein Projektil durchschlug das linke Seitenfenster und streifte den Kopf eines 36-jährigen Polizeihauptmeister. Er kam durch großes Glück mit dem Leben davon. Ein 42-jähriger Gastwirt wurde festgenommen. Er hatte ausgesagt, „aus Feierlaune“ geschossen zu haben.

Mit einer Schrotflinte erschoss der Berliner Rechtsextremist Kay Diesner im März 1997 einen Polizisten an der Autobahn Berlin – Hamburg und verletzte einen zweiten, als er kontrolliert werden sollte. Ein betrunkener Autofahrer hatte 1996 den Polizisten Volker R. bei einer Verkehrskontrolle in Marzahn getötet.

Im April 1995 schoss ein betrunkener Autofahrer in Kreuzberg auf zwei Polizisten. In Potsdam wurde im August 1995 der Polizeihauptmeister Martin H. getötet. Er war einem Verdächtigen auf einem Fahrrad gefolgt. Wenig später meldete der Polizist über Funk eine Festnahme. H. wurde kurz darauf mit einer Stichverletzung gefunden. Er hinterließ eine Frau und zwei Töchter. tabu

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