Immobilien : Millionengeschäft am Pariser Platz

In bester Lage: Die Corealcreditbank verkauft ihr Geschäftshaus mit dem Restaurant Tucher an eine bislang unbekannte Firma mit Sitz in Luxemburg.

Ralf Schönball
Pariser_Platz
Das zweite Haus rechts vom Brandenburger Tor hat einen neuen Besitzer. -Foto: Thilo Rückeis

In der guten Stube Berlins wird mächtig Staub aufgewirbelt: Ein Sprecher der Corealcreditbank bestätigte auf Anfrage des Tagesspiegels, dass die Gesellschaft ihr Büro- und Geschäftshaus am Pariser Platz 6 a verkauft hat. Den Erwerber des Gebäudes mit rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche neben der Dresdner Bank wollte man nicht nennen – darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Nach Dokumenten, die dem Tagesspiegel vorliegen, handelt es sich um eine Firma mit Sitz im Steuerparadies Luxemburg.

Ein Verkaufspreis war nicht zu erfahren. Es handelt sich um das zweite spektakuläre Immobiliengeschäft an exponierter Stelle. Erst vor wenigen Tagen verkaufte Daimler seine Grundstücke am Potsdamer Platz. Auch das Sony-Areal steht zum Verkauf.

In dem Gebäude Pariser Platz 6a befindet sich das Nobelrestaurant „Tucher am Tor“, das sich durch seine gute Lage gegenüber vom Reichstag zum Polit- und Lobbyisten-Treffpunkt entwickelt hat. Dort dinierte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Mai 2002 mit US-Präsident George Bush. Im Zuge des Eigentümer-Wechsels kam es bereits zu ersten Veränderungen innerhalb des Hauses: Das italienische Restaurant „Il punto“ bekam keinen neuen Mietvertrag. Auch die Corealcreditbank hat ihre Büros geräumt. Nun ist Platz genug für neue Mieter. Das Restaurant Tucher hat dagegen keine Kündigung erhalten.

Bei den Baumeistern, die das „Palais am Pariser Platz“ zwischen 1996 und 1998 errichtet haben, hieß es auf Anfrage: „Wir beschäftigen uns mit dem Ausbau leer stehender Flächen“, so Martin Froh von Winking-Architekten. Eine weitere Überlegung sei es, den Innenhof des Blockes zu überdachen. Dies hatten die Architekten bereits bei der Vorlage ihrer Wettbewerbsentwürfe vorgeschlagen. Die Umsetzung scheiterte bisher an den Kosten. Der Innenhof des Blockes Pariser Platz 6a verbindet die gute Stube mit der Ebertstraße, vis-à-vis des Reichstages. Auf der hinteren Seite befinden sich auch die 13 Wohnungen, die sich im Eigentum von drei Privatleuten befinden.

Zum Verkauf des Hauses am Pariser Platz, der in der Immobilienbranche als beste und teuerste Lage Berlins gilt, kam es, nachdem US-Finanzinvestor Lone Star die Mehrheit an der früheren AHB-Bank übernommen hatte. Das in Frankfurt ansässige Kredithaus hatte zuvor Milliarden-Verluste geschrieben. Der Sprecher der Corealcreditbank, Verkäufer des Hauses Pariser Platz 6a, sagte auf Anfrage: „Der Verkauf erfolgte im Zuge der Restrukturierung und Neuordnung der Bank“, so Axel Leupold. Die Corealcreditbank habe weiterhin einen Standort in Berlin. Die Adresse am Pariser Platz werde aufgrund des veränderten Geschäftsfeldes aber aufgegeben.

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