Immobilienwirtschaft : Bauunternehmer Jagdfeld bestreitet Betrugsvorwürfe

Der als Bauherr des neuen Hotels Adlon und des Quartiers 206 in der Friedrichstraße bekannte Chef der Fundus-Gruppe wehrt sich gegen den Verdacht von Rostocker Staatsanwälten, Förderanträge seien nicht korrekt gewesen.

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Geschäftliche Turbulenzen. Der 66-Jährige Anno August Jagdfeld kämpft inzwischen an mehreren Fronten.
Geschäftliche Turbulenzen. Der 66-Jährige Anno August Jagdfeld kämpft inzwischen an mehreren Fronten.Foto: Thilo Rückeis

Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld hat am Montag Betrugsvorwürfen widersprochen. Er reagierte auf die Durchsuchung der Büros verschiedener Projektgesellschaften in Bad Doberan nahe Rostock. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock bestätigte auf Nachfrage, es bestehe der Verdacht des Subventionsbetrugs. Jagdfeld betonte dagegen, der Anfangsverdacht sei „gänzlich unbegründet“, das weitere Verfahren werde dies „klar erweisen“.

Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten geht es um Förderanträge für Gesundheits- und Tourismusprojekte in Bad Doberan. Diese wurden 2005 gestellt, später aber zurückgezogen. Die Pläne blieben unverwirklicht, es flossen auch keine Subventionen. Trotzdem wollen die Staatsanwälte prüfen, ob in den Anträgen falsche Angaben gemacht wurden. Jagdfeld sagt, niemand sei getäuscht worden. Seine Firmen hätten die Anträge „mit dem Wirtschaftsministerium des Landes und und dem zuständigen Landesförderinstitut besprochen“.

Die Staatsanwaltschaft relativierte Darstellungen, es seien Unterlagen beschlagnahmt worden. Genau genommen seien Akten „zur Durchsicht mitgenommen“ worden – es müsse noch geprüft werden, ob sie für Ermittlungen geeignet seien.

Im Bad Doberaner Ortsteil Heiligendamm liegt das 2003 eröffnete Grand Hotel, die Vorwürfe haben damit aber nichts zu tun. Ein von Jagdfelds Fundus-Gruppe gegründeter Fonds hatte das Luxushotel finanziert. 2007 wurde es weltweit bekannt, als die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten im Ostseebad tagten. Dennoch liefen die Geschäfte nicht gut. 2009 sprang Kempinski als Betreiber ab, und vor einem Jahr musste Jagdfeld Insolvenz für das Hotel anmelden. Nun führt ein Insolvenzverwalter den Betrieb.

Auch bei anderen Vorzeigeprojekten gibt es Probleme für den 66-jährigen Jagdfeld, dessen Fundus-Gruppe eine der größten deutschen Immobilienfirmen ist. Mit zahlreichen Anlegern, die am Eigentümerfonds des Hotels Adlon am Pariser Platz beteiligt sind, gibt es seit Jahren Streit um die Höhe der Ausschüttungen. Und beim Landgericht Aachen liegt seit dem Herbst eine Anklage der Staatsanwalt Köln, die Jagdfeld fünf Mal „Untreue in besonders schwerem Fall“ vorwirft. Dabei geht es unter anderem um Vorwürfe, Firmen aus seiner Gruppe hätten als Vermieter und Mieter von Flächen im Adlon zu wenig Pacht an die Eigentümer überwiesen. Das Gericht hat noch nicht entschieden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt.

Unter Zwangsverwaltung steht die mit 140 Millionen Euro verschuldete Luxus-Ladenpassage Quartier 206. Auf Betreiben von Gläubigern ordnete das Amtsgericht Mitte vor einem halben Jahr die Zwangsversteigerung an, ein Termin steht weiterhin aus. Ein Fundus-Sprecher zeigte sich überzeugt, dass es nicht zur Versteigerung kommt.

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