Importeur spricht über neue Trends : Biermeile 2014 ganz im Zeichen von Craft-Bier

Bevor nächste Woche die 18. Berliner Biermeile startet, haben wir den Großimporteur und Craft-Bier-Experten Jan Dérer für ein paar Fragen getroffen.

Tassilo Hummel
Jan Dérer handelt mit hochwertigem Craft-Bier aus den USA und Norwegen.
Jan Dérer handelt mit hochwertigem Craft-Bier aus den USA und Norwegen.Foto: Tassilo Hummel

Herr Dérer, nächste Woche startet die Biermeile. Es soll besonders um Craft-Bier gehen. Ist das Volksfest nicht der falsche Rahmen für die teuren Edelbiere?

Im Gegenteil. Es bringt ja nichts, nur im elitären Kreis zu bleiben. Wir müssen die gute Qualität der Biere an die Menschen herantragen und über die Vielfalt informieren. Übrigens wurde letztes Jahr auf der Biermeile der Stand einer amerikanischen Craft-Brauerei regelrecht überrannt, die Leute wollten ganze Kisten kaufen. Dieses Jahr bietet das Bierfestival rund 300 Craft-Bier-Sorten aus aller Welt.

Wird da nicht wieder gemeckert, gegen die exotischen Biere aus dem Ausland mit ihren vielen unreinen Zutaten?

Die Deutschen halten sich für die Könige der Biere und wollen oft nicht über den Tellerrand schauen, oft wissen sie es nicht besser. Auch ich finde, dass das Reinheitsgebot ein guter Qualitätsnachweis ist. Aber gewisse Sorten kann man damit eben nicht herstellen. Honig, Orange und Koriander sind wichtige Elemente der belgischen Braukunst.

Das hat nichts Unreines. Es gehört zum Craft-Brauen, mit hochwertigen Lebensmitteln zu arbeiten, ohne Konservierungsstoffe und Pasteurisierung. Man kann auch mit dem Reinheitsgebots ganz verschiedene Geschmäcker von Grapefruit bis Banane erzielen.

Wie funktioniert das?

Durch den gezielten Einsatz der Grundstoffe. Bestimmte fruchtige Merkmale im Hopfen werden biologisch ausgezüchtet. Auch mit dem Malz lässt sich viel machen. Je nach Röstung schmeckt es nach Schokolade, Karamell oder Kaffee. Die Hefe gibt dem Bier etwas Bananiges, Manche Brauereien haben Hefebanken, in denen sie die Pilzkulturen bunkern.

Welches Bier empfehlen sie bei dieser Hitze?

Ich würde zu seinem Session Indian Pale Ale greifen. Dieses ist schön ausgehopft und hat Zitrusnoten im Geschmack. Die Variante Session bedeutet, dass der Alkoholgehalt niedriger ist.

Das Bierfestival findet vom 1. bis 3. August auf der Frankfurter Allee statt. Mehr Infos unter: www.bierfestival-berlin.de.

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