Berlin : In allen Hallen

Ob Reiselustige, Pferdefreunde, Hobbybastler, Wassersportler oder Ethnofans – sie treffen sich jetzt auf Messen unterm Funkturm

Annette Kögel

Draußen wird es ungemütlich. Zeit für lange Nachmittage mit einer Tasse Tee im Bett, für Museumsbesuche, für Saunaabende – und Zeit auch für einen Gang über eine Messe, die einen zumindest gedanklich entführt in andere Welten. In den nächsten Tagen finden in Berlin zahlreiche Ausstellungen parallel statt – hier eine kleine Auswahl.

Für weltgewandte Berliner. Man muss nicht gleich verreisen, um eine Auswahl von Souvenirs aus aller Welt mit nach Hause zu bringen. Ob afrikanische Djembe-Trommeln, indonesische Sarongs, tunesische Töpferkunst oder amerikanische Wohnzimmermöbel – das alles bekommt man im „Import Shop Berlin“ in den Messehallen unterm Funkturm. Der globale Basar beginnt am heutigen Mittwoch. Besucher mit Hang zu ökologisch korrektem Konsum kommen dort auf ihre Kosten: In Halle 9b werden Möbel im Landhausstil gezeigt, in Halle 11.1 diverse Öko- und Bio-Artikel angeboten – von Feng-Shui-Beratung bis Magnetfelder-Messung. In der Koch-Halle 12 können Schulklassen arabisches Brot backen und marokkanischen Pfefferminztee brühen. Etliche der Aussteller aus über 50 Ländern reisen nach dem letzten Messetag, 17. November, wieder zurück in die Heimat – andere transportieren Taschen aus Kokosschalen oder Silberketten aus Afghanistan zurück in ihre Import-/Exportläden in Berlin und anderswo in Deutschland.

Für Berliner, die Pferde lieben. Manches ändert sich nie: Pubertierende Mädchen sind verrückt nach Pferden – das beweist die Fachsportmesse „Hippologica“ jedes Mal aufs Neue. Start ist, ebenfalls unterm Funkturm, am morgigen Donnerstag. Auch Jockeys, Pferdestallbesitzer und Züchter treffen sich bis zum 17. November zwischen Heuschober und Hufeisenwurfspiel. Zeitgleich findet das „C.H.I-Hallenturnier“ statt, die Veranstaltung ist zurück in die Messehallen gezogen – Profis und Amateure unter einem Dach. Wer will, kann voltigieren, Western reiten, Pony füttern. Eltern müssen 10 Euro pro Person einkalkulieren.

Für Berliner, die mit allen Wassern gewaschen sind. Jahrelang mussten Wassersportler nach Hamburg, Magdeburg, Rostock, Düsseldorf, Friedrichshafen ausweichen. Angesichts der über Jahrzehnte etablierten Konkurrenz konnte sich eine solche Freizeitschau in dieser Stadt nicht halten – obwohl wohl nur wenige Großstädter in Deutschland so Wassersport begeistert sind wie die Berliner. Jetzt gibt es nach Jahren Pause wieder einen neuen Anlauf: „Boot und Fun Berlin“ heißt die Schau, die ebenfalls vom 14. bis 17. November läuft in den Hallen läuft. Gezeigt werden Motor- und Segelboote, Katamarane, Kanus, Kajaks, Motoren.

Für Berliner mit Spieltrieb. Das Kind im Manne – es erwacht wohl auf keiner Messe so schnell wie auf der „Hobbyland“, dem Dorado für Modellbauer und andere Kreative. Auch diese Schau startet unterm Funkturm, und natürlich gehören nicht nur Männer zu den Besuchern. Das Revival von Bastelbögen, Strickarbeiten und Häkelmustern: 15. bis 17. November. Selbst gemacht ist schließlich immer noch besser als selbst gekauft.

Für Berliner mit Fernweh. Hilft alles immer noch nicht gegen November-Depressionen? Messeluft ist zu stickig, Hallen sind zu voll? Dann nehmen Sie dies als letzten Versuch: Die kleine Schwester der ITB, die „Berliner Reisemarkt und Caravaning“, ist vom Fernseh- zum Funkturm gezogen. Es kommen auch Branchenriesen, die der ITB einen Korb gaben. Auch TUI, LTU und Thomas Cook machen vom 15. bis 17. November Lust auf Urlaub, den man sofort buchen kann. Im „Botschaftsfenster“ (Halle 8.2) zeigen sich Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien. Am 15.11. kommt Dagmar Frederic, Jörg Kachelmann stellt am 16. deutsche Nationalparks vor, und am 17. startet ein Showkochen nach Camper-Rezepten.

Die Messen Import Shop, Hobbyland und Reisemarkt kann man mit einem einzigen Ticket besuchen – es kostet 8, ermäßigt 5 Euro.

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