Berlin : In bester Lage

Der Liegenschaftsfonds macht gute Geschäfte mit landeseigenen Grundstücken

Städtische Grundstücke sind als Kaufobjekte begehrt: Von einem „Investitionsboom“ spricht Holger Lippmann vom städtischen Liegenschaftsfonds. Allein im ersten Halbjahr wurden landeseigene Grundstücke für mehr als 107 Millionen Euro verkauft, das sind 48 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Großes Interesse wird beispielsweise für Flächen am Humboldthafen in Hauptbahnhofnähe registriert. Aber neben derartigen „Perlen“ an prominenter Stelle sind zunehmend auch städtische Grundstücke in Außenbezirken gefragt.

Im ersten Halbjahr habe man mit weniger Verträgen als 2006 höhere Erlöse erzielt, sagte Lippmann. Das liege daran, dass der Fonds sehr attraktive Grundstücke verkaufen konnte und vom deutlichen Preisanstieg profitierte. Die Bieterverfahren hätten die Erwartungen deutlich übertroffen. So habe man im ersten Halbjahr rund 157 Millionen Euro an den Landeshaushalt abführen können – in dem Betrag sind allerdings auch noch Rechnungen aus dem Vorjahr enthalten.

Zur positiven Bilanz in den ersten sechs Monaten hat der Verkauf von drei ehemaligen Seniorenwohnhäusern in Mitte beigetragen, an eine Tochterfirma des größten schwedischen Privatwohnungsunternehmens. Lippmann sagte, mit hervorragender Infrastruktur, niedrigen Mieten und „längst nicht ausgeschöpften Potenzialen“ sei Berlin ein Ballungsraum mit Zukunft. Er wies auf eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstitutes „Ears and Eyes“, wonach Berlin die lebendigste und kreativste Stadt Deutschlands sei, Berliner als „tolerant und cool“ gelten. Auch das führe zu wachsendem Interesse von Investoren.

Am Humboldthafen ist im ersten Halbjahr das Bieterverfahren für ein erstes Baufeld von Geschäftshäusern abgeschlossen worden, die Gebote werden sondiert. Vertragsreif sind Verkäufe im „Diplomatenpark“ an der Tiergartenstraße. Ein Wohn- und Geschäftshaus-Areal amHausvogteiplatz konnte verkauft werden, und reges Interesse gibt es auch für das einstige Zehlendorfer Oskar-Helene-Heim, für das die Ausschreibung vorbereitet wird.

Der Liegenschaftsfonds hat rund 5000 Grundstücke im Verkaufsangebot. Die „Perlen“ werden zwar weniger, aber der Fonds tröstet sich, dass auch in Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg oder Tempelhof-Schöneberg die Nachfrage nach Grundstücken steigt. C. v. L.

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