Berlin : In der Gehörlosenschule ist vor allem der Schallschutz wichtig

15.08.2002 00:00 UhrVon NAME

Am Montag wird der 23 Millionen Euro teure Neubau eröffnet

Von Christoph Villinger

Friedrichshain. „Edel, edel.“ Der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), zeigte sich beeindruckt, als er am Dienstag den Neubau der Gehörlosenschule in der Friedrichshainer Palisadenstraße betrat. Durch den Eingang tritt man in einen großzügig gehaltenen und mit Glas überdachten L-förmigen Innenhof, der Blicke in alle Stockwerke erlaubt.

Nach achtjähriger Planungs- und Bauzeit nimmt ab kommenden Montag die Margarethe-von-Witzleben-Schule für Schwerhörige in dem 23 Millionen Euro teuren Neubau den regulären Schulbetrieb auf. Zuvor war sie in der Friedensstraße beheimatet.

Neu hinzu kommen die Schüler der aufgelösten Albert-Gutzmann-Schule für Gehörlose aus Mitte. Das insgesamt über 15 000 Quadratmeter große Schulgelände bietet rund 260 Schülern Platz und bildet nun das neue „sonderpädagogische Förderzentrum Hören". Laut Bildungsstadtrat Michael Schäfer ist es die einzige Schwerhörigenschule in Berlin, die alle Schulabschlüsse bis zum Abitur anbietet.

Die neue Schule besteht aus drei Gebäudeteilen. Zum einen sanierten die Architekten Rainer Schmuck und Jürgen Könnecke einen vorhandenen Plattenbau für die Grundschule und Sekundarstufe und bauten ihn entsprechend den neuen Erfordernissen um. Dazu kommt an der Ecke Friedrichberger Straße ein eleganter Neubau mit Ganzglasfassade für die Klassenräume der Oberstufe sowie die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen. Für die hörbehinderten Schüler achtete man überall auf geeignete akustische Verhältnisse. „Besonders Schallschutz ist wichtig, da für Schwerhörige alle Nebengeräusche sehr irritierend sind“, sagt Schäfer. Aber auch das sonst so von Schulen vertraute Läuten der Schulklingeln ergänzen nun überall optische Warnanlagen mit blauen und orangen Lämpchen.

Zwischen den beiden Bauten wurde eine großzügige Sporthalle errichtet, die aus zwei übereinanderliegenden „Dreifachsporthallen“ und diversen Nebenräumen besteht. Auch hier wurde besonders auf die Akustik geachtet, die Räume haben „Konferenzraumqualität". Jedes Wort ist klar und deutlich zu verstehen. Mehrere benachbarte Schulen und örtliche Vereine werden die neue Halle benutzen können.

Hinter der Halle schließt sich ein großer wellenförmig gehaltener Landschaftsgarten mit speziell gestalteten Spiel- und Klettergeräten an. Die Parkanlage kann nun gemeinsam mit den Schülern der angrenzenden Spartacus-Grundschule genutzt werden. „Seit Jahren die erste Außenanlage, mit der ich zufrieden bin“, sagt Baustadtrat Schulz dazu. Während jetzt die Bauübergabe zwischen beiden Stadträten stattfand, wird mit den Schülern „Ende September noch einmal richtig gefeiert“, sagt Schäfer. Bis dahin werden sich die Schüler auch in ihrer neuen Schule eingelebt haben.

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