Berlin : In der Grauzone

Bernd Matthies

über seltsame Filmstatisten in der Hasenheide Die Neuköllner Hasenheide ist eine Art informelle, fließende Grenze zwischen Gut und Böse: Auf der einen Seite brave Bürger und Ordnungshüter, auf der anderen Seite Drogenhändler und Kampfhundfreaks – und dazwischen eine breite Grauzone. Nichts Neues, wie es scheint. Dennoch verschlägt es bisweilen auch routinierten Polizisten die Sprache: Unsere Reporterin war Zeuge, wie dort ein notorischer Dealer seine beste Nummer, das Weglaufen vor der Polizei, für ein Filmteam zu Geld macht.

Vermutlich fanden die Filmer die Qualifikation des Komparsen sogar besonders cool, und die Kritiker werden später, wenn das Werk fertig ist, dessen große Authentizität loben. Doch die Polizisten, die ohnehin einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringen, immer dieselben Nachtjacken von der Straße zu pflücken, müssen sich verkohlt fühlen. Sollen sie vor dem Zugriff immer erst prüfen, ob sie nicht gerade Hollywood in die Quere kommen?

Resozialisierung jedenfalls sähe anders aus. Denn wenn die Filmer abgezogen sind, geht alles weiter wie gehabt in der Hasenheide. Garantiert.

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