Berlin : In der Wasserstadt werden die Laternen durch Elektroleuchten ersetzt

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Die Gaslichtinitiative Berlin hat den fortschreitenden Abbau der nach ihren Angaben "gut funktionierenden" Gasbeleuchtung in der Wasserstadt Spandau kritisiert. Die Kosten von mehreren hunderttausend Mark für den Ersatz durch eine Elektrobeleuchtung werden als Geldverschwendung bezeichnet. Für einen Bruchteil dieser Summe ließen sich die Straßen auch durch die Aufstellung zusätzlicher Gaslaternen oder den Einbau weiterer Glühstrümpfe in die vorhandenen Leuchten stärker erhellen.

Der Austausch reihe sich in die bereits vom Rechnungshof gerügte Verschwendung von Steuergeldern in der Wasserstadt ein, so Marc Exner von der Initiative. Bereits die Beleuchtungssonderkonstruktion der Südbrücke habe 2,3 Millionen Mark verschlungen. Mit dem Wechsel verstoße Bausenator Jürgen Klemann außerdem gegen einen Beschluss des Abgeordnetenhauses vom Dezember 1992, nach dem die Berliner Gasbeleuchtung auch bei Straßenumbauten erhalten bleiben soll.

Eine Sprecherin des Bausenators wies die Vorwürfe zurück. Der Beschluss des Abgeordnetenhauses lasse durchaus Ausnahmen aus gravierenden Gründen zu. Bei der Bewertung müssten auch die Wirtschaftlichkeit des Unterhalts sowie ein einheitliches Beleuchtungsbild unter dem Gesichtspunkt der Stadtgestaltung berücksichtigt werden. Deshalb und wegen der Notwendigkeit der Einhaltung bestimmter Lichtwerte habe man sich nach sorgfältiger Abwägung für eine Elektrobeleuchtung im Entwicklungsgebiet Wasserstadt entschieden.

Mit über 43 000 Lampen verfüge Berlin auch weiterhin über mehr als die Hälfte der insgesamt rund 80 000 Gaslaternen in Deutschland, betonte die Sprecherin. Erstmals seit 1996 gebe es in diesem Jahr sogar wieder einen Etat für Neuaufstellungen in Neukölln und Reinickendorf.

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