Berlin : In Jodie Fosters Suite gab’s Schnittchen

Seit 25 Jahren betreut Andela Schäfer illustre Gäste in ihrem Kosmetiksalon im Hotel Intercontinental

Mandy Schielke

Jodie Fosters Mutter hat ihr Brote geschmiert, als sie der Tochter die Augenbrauen zupfte. Oliver Stone schlief ein, als ihre Finger um seine Handflächen kreisten. Die Dame, die derart um die Schönheit dieser Hollywood-Größen bemüht ist, heißt Andela Schäfer und betreibt ein Kosmetikstudio im Hotel Intercontinental. Jetzt feierte sie dort ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum. Aus all diesen Jahren kann sie eine Menge Geschichten erzählen. Vor einigen Jahren etwa kam einmal ein müder Herr in ihr Studio. Andela Schäfer wusste lediglich, dass er Amerikaner war und einen langen Flug hinter sich hatte. Der Kunde hieß Oliver Stone und war wegen der Berlinale, die damals noch im Zoopalast stattfand, im Intercontinental abgestiegen. Aber das erfuhr sie erst anschließend. Ein bisschen irritiert war sie nach dieser Entdeckung dann schon: „Ich hatte keine Ahnung, ob er zufrieden war, denn wenige Minuten, nachdem ich anfing seine Hände zu massieren, schlief er ein.“

Aber der Regisseur wird es wohl gewesen sein, denn während seines Aufenthaltes im Interconti kam er ab sofort jeden Tag zu ihr, pünktlich um zwei Uhr nachmittags. Zum Abschied schenkte er der heute 57-jährigen Schönheitsfachfrau Champagner. Von dieser Geste ist sie immer noch gerührt, wenn sie davon erzählt, und spitzt fast verlegen die Lippen. Ganz besonders beeindruckt hat sie jedoch die Begegnung vor einigen Jahren mit Schauspielstar Jodie Foster: „Eine tolle Frau.“

Im Salon klingelte damals das Telefon. Die Kosmetikerin solle zu ihr aufs Zimmer kommen, Frau Foster wünsche eine Kosmetikbehandlung, habe es geheißen. „Ich packte meine Sachen zusammen und ging zu ihr. Das Licht war schlecht, sie saß auf dem Sofa ihrer Suite. Das hat mich anfangs ziemlich unter Druck gesetzt“, erzählt Andela Schäfer. Aber dann habe Fosters Mutter, die ihre Tochter nach Berlin begleitet hatte, Mineralwasser gereicht und belegte Brote serviert. So zuvorkommend behandelt zu werden entspannte die Situation total: „Ich war begeistert von Jodie Fosters Natürlichkeit.“ Und genau diese Art von Frauen bewundere sie, sagt Schäfer. Sie könnte nämlich auch viele Geschichten von gänzlich entgegengesetzten Typen erzählen. „In meinem Beruf trifft man auf eine Menge Frauen, wo die Hülle alles ist.“ Bei diesen Worten fährt sie sich durch die Haare, wirft den Kopf in den Nacken und hebt das Kinn, um diesen Frauentypus zu charakterisieren.

Ihr Handwerk hat die Kosmetikerin in Kroatien gelernt. Dort wurde sie geboren, in einem Kurort nahe Zagreb „In meiner Familie waren die Frauen entweder Krankenschwester oder Masseurin. Jeder hatte irgendwie mit Körperkultur zu tun. Und so wurde mein Beruf mir fast in die Wiege gelegt“, sagt sie. Jetzt wird auch Tochter Sarah die Familientradition fortsetzen. Am Fenster ihres Salons ist der Schriftzug „Schäfer und Schäfer“ bereits zu lesen.

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