Berlin : In nur 50 Minuten waren Brandstifter in vier Bezirken unterwegs

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Innerhalb von nur etwa 50 Minuten sind in der Nacht zum Donnerstag in vier Berliner Bezirken Brandanschläge auf insgesamt neun Autos verübt worden. Der Schaden beläuft sich auf mehrere 100 000 Mark. Menschen wurden nicht verletzt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Gestern waren Polizeitechniker noch damit beschäftigt, Spuren zu sichern und zu untersuchen, auf welche Weise Brandanschläge verübt worden waren.

Auch über die Motive der Täter ist sich die Polizei noch im Unklaren. Allerdings wird nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Racheakt so genannter Autonomer handelt, die Vergeltung üben wollten für die Durchsuchung des Mehringhofes in Kreuzberg am 19. Dezember. Am Mehringdamm waren Sprengstoff und Waffen gesucht, aber nicht gefunden worden. Es gebe bisher noch keine Selbstbezichtigungsschreiben zu den Brandanschlägen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Anschlagsserie hatte gegen 23.45 Uhr in Prenzlauer Berg begonnen. An der Winsstraße und der Sredzkistraße ging jeweils ein Mercedes in Flammen auf, an der Jablonskistraße wurde ein Porsche zerstört und an der Wörtherstraße brannte ein BMW der 7er-Reihe aus. Kurz nach Mitternacht wurde an der Hannoverschen Straße in Mitte ein Mercedes 500 SEL zerstört, an der Friedrichstraße wiederum ein BMW der 7er-Reihe und an der Mohrenstraße setzten die Unbekannten einen BMW 850 i in Brand.

In Schöneberg an der Wormser Straße zerstörten die Flammen gegen 0.20 Uhr einen Mercedes 500. Der letzte Anschlag dieser Nacht galt gegen 0.35 Uhr einem an der Fasanenstraße abgestellten Mercedes. Dieser Anschlag hat nach Auffassung der Polizei nicht Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde gegolten, die an der Fasanenstraße ihren Sitz hat.

Anfang der 90-er Jahre hatte eine militante Gruppe, die sich "Klasse gegen Klasse" nannte, zahlreiche sogennante Nobelkarossen angezündet.

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