Berlin : In Ordnung

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Von Klaus Kurpjuweit

Toll. Gestern hat uns der Verkehrsverbund BerlinBrandenburg (VBB) mitgeteilt, dass die neue Bahncard vom 15. Dezember an „in allen Nahverkehrszügen der DB sowie Bussen, Straßenbahnen, S- und U-Bahnen aller VBB–Verkehrsunternehmen“ gilt. Ausgenommen seien nur Fahrten innerhalb des Berliner Tarifgebietes ABC. Donnerwetter. Wo – außer in Berlin – gibt es denn noch eine U-Bahn? Oder ein S-Bahn-System? Hat Potsdam vielleicht heimlich Tunnel gebaut, wo es jetzt wahrscheinlich mit dem Schloss-Wiederaufbau dort nichts werden wird? Das kann aber auch nicht sein, denn die mit der Bahncard zu 25 Prozent rabattierten Preise gelten auch in den kreisfreien Städten und den Großgemeinden nicht. Hat sich also vielleicht Lübbenow im Norden Brandenburgs oder Hosena in der Lausitz zur fünften U-Bahn-Stadt in Deutschland entwickelt – Berlin, Hamburg, München und Nürnberg ebenbürtig? Hat man im armen Brandenburg das Geld, das dem noch ärmeren Berlin fehlt, so dass die große Stadt nicht einmal zwei Kilometer Tunnel für die U 5 bauen kann?

Nein, so weit ist es noch nicht. Auch in den kleinen Dörfern und Städten Brandenburgs fährt weiter nur ein Bus. Mehr nicht. Und die Bahncard gilt doch in der S- und U-Bahn von Berlin. Aber nur, wenn man die Stadt und das Tarifgebiet ABC verlässt und zum Beispiel nach Lübbenow oder Hosena fährt. Nicht erlaubt sind lediglich Fahrten innerhalb der Stadt; etwa von Charlottenburg nach Wilmersdorf. Und damit ist doch alles wieder in Ordnung.

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