Berlin : In Plänen fehlt noch das Abfertigungsgebäude - Unterlagen ausgelegt

Klaus Kurpjuweit

Ein Flughafen, verpackt in 49 Ordnern. So präsentiert sich seit gestern der geplante Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in den Auslegungsstellen der Pläne in Berlin und Brandenburg. Wer sich als Laie durch die Gutachten, Berechnungen und Pläne finden will, hat es schwer. Nur in den beiden Informationszentren der Flughafengesellschaft Berlin-Schönefeld (FBS) in der Senatsverkehrsverwaltung und am Flughafen in Schönefeld stehen auch Fachleute bereit, die Fragen beantworten. Der Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB), ein Gegner des Ausbaus, hat eigene Informationsbüros eingerichtet, in denen die Vereinsmitglieder Betroffene bei ihren Einwendungen gegen den Flughafenbau unterstützen.

Die Einwendungen müssen schriftlich abgegeben werden. Der Einwender muss dabei deutlich machen, wodurch er sich belästigt oder bedroht fühlt. Einfach nur dagegen zu sein, genügt nicht. Die Einwendungen werden nach der Auslegung mit den Betroffenen in nichtöffentlichen Sitzungen erörtert. Dabei muss jeder Eingabe nachgegangen werden. Danach erfolgt der so genannte Planfeststellungsbeschluss, in dem dann auch über die Einwendungen entschieden wird, über die man sich bei der Erörterung nicht einigen konnte.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss ist anschließend eine Klage möglich, die von den Ausbaugegnern auch bereits angekündigt worden ist. Da der Flughafen-Ausbau nach dem Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz gebaut wird, ist allerdings der Klageweg verkürzt. Es gibt nur eine Instanz - nämlich das Bundesverwaltungsgericht. Dass der Flughafen-Ausbau vor Gericht scheitert, halten Fachleute für unwahrscheinlich. Nicht ausgeschlossen werden aber zusätzliche Auflagen durch das Gericht.

Am ersten Tag im Informationszentrum in der Sentsverkehrsverwaltung standen gestern Fragen zur Verkehrsanbindung des Flughafens im Mittelpunkt. Dafür interessierten sich aber weniger Betroffene, sondern mehr die so genannten Freaks. Auch deren Fragen wurden geduldig von den Fachleuten der Flughafengesellschaft beantwortet, die sich zuvor selbst wochenlang mit den Unterlagen beschäftigt hatten.

Ein wesentlicher Bestandteil des Flughafens fehlt allerdings: die genauen Pläne für das künftige Abfertigungsgebäude. Fest steht nur, dass es zwischen den beiden Start- und Landebahnen gebaut werden soll. Die Pläne dazu wird erst der künftige Betreiber entwickeln, der mit privatem Kapital finanziert werden soll. Die Privatisierungsverhandlungen laufen aber noch.

Das Informationsbüro An der Urania 4-10 in Schöneberg ist werktags von 8 Uhr an geöffnet; montags bis mittwochs jeweils bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 15 Uhr.Mehr zum Thema unter www.bvbb-ev.de

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