Berlin : In sieben Stunden durch die Welt

Am kommenden Sonnabend findet das vierte All Nations Festival statt. 27 Botschaften öffnen ihre Türen

Aliki Nassoufis

Die Idee zum All Nations Festival kam Carsten Diercks auf seiner Kanadareise, mit der er sich 1986 zum bestandenen Abitur belohnte. Dort erlebte er das „Metro Toronto International Caravan“-Festival. Alle ethnischen Gruppen der Stadt stellen dort ihre Kulturen vor und feiern gemeinsam. Ein gute Idee für Deutschland, dachte er sich. Doch erst mit dem Umzug der Botschaften nach Berlin konnte er sie 2000 in die Tat umsetzen.

Dann ging aber alles sehr schnell: Der Rechtsanwalt gründete die Berliner Gesellschaft für Internationale Begegnung (BGiB) und fragte bei den Botschaften an, ob sie Interesse am All Nations Festival hätten. Sie hatten. 15 Botschaften machten im ersten Jalhr mit, 27 sind es dieses Jahr. „Das Ziel ist der Dialog zwischen den unterschiedlichen Kulturen in der Hauptstadt“, sagt Diercks, der zusammen mit drei weiteren Kollegen das Festival ehrenamtlich organisiert. „Jeder kann etwas Neues über die Kultur anderer Länder lernen.“

Am kommenden Sonnabend ist diese kleine Weltreise wieder möglich. 27 Länderverttreungen öffnen von 11 bis 18 Uhr ihre Botschaften. Besucher der Ägyptischen Botschaft können dann beispielsweise den Innenraum des Gebäudes besichtigen, der einem Pharaonentempel ähnelt. In Luxemburg unterhält ein Bauchredner die Gäste, die Jamaikaner spielen zu Red Stripe Bier Reggaemusik und die Volksrepublik Bangladesh verziert ihre Besucher mit Henna und hüllt sie in Saris ein.

Damit man nachher auch beweisen kann, welche Länder man beim vierten All Nations Festival tatsächlich bereist hat, gibt es als Eintrittskarte einen Reisepass, den man in jedem Land abstempeln lassen kann. „Spätestens ab dem dritten Stempel werde ich von der Sammelleidenschaft gepackt“, sagt Diercks. Doch mehr als acht sind es noch nie geworden. Deswegen empfiehlt er, sich das Programm vorher genau anzusehen, um die Ziele herauszusuchen, die einen interessieren. So sollten sich Bollywood-Fans in der indischen Botschaft Filmausschnitte ansehen und Liebhaber von ceylonesischem Tee nach Sri Lanka fahren. Wen allerdings eine Diplomatenkarriere mehr reizt, ist im Auswärtigen Amt richtig. Damit die Reise von Land zu Land dann auch schnell geht, fahren auf vier Routen Shuttle-Busse.

Da das All Nations Festival mit der Schaustelle Berlin kooperiert, haben sich weitere politische Orte der Stadt dem Tag der offenen Tür angeschlossen: Der Bundesrat und das Berliner Abgeordnetenhaus sind von 11 bis 18 Uhr geöffnet und auch die Länder Sachsen-Anhalt (9 bis 17 Uhr) und Thüringen (10 bis 17 Uhr) stellen sich vor. Tickets sind hierfür nicht erforderlich.

Das Programm gibt es von 10 bis 20 Uhr im Festival Forum in den Potsdamer Platz Arkaden. Dort und an Konzert- und Theaterkassen gibt es Eintrittskarten für sieben Euro. Kinder bis zehn Jahren in Begleitung eines Erwachsenen haben freien Eintritt. In den Botschaften werden keine Tickets verkauft. Für den Zutritt zu einigen Botschaften ist ein Personalausweis oder Pass erforderlich. Weitere Infos unter www.AllNationsFestival.de oder Tel. 25002345.

FREIKARTEN

Der Tagesspiegel verlost zehnmal zwei Freikarten für das All Nations Festival. Wer mitmachen möchte, schickt bis Donnerstag um 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „All Nations Festival“ an die Adresse berlin@tagesspiegel.de. Bitte eine Telefonnummer angeben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben