Berlin : In Wilmersdorf verbreiten Fraktionsmitglieder ein Gerücht über angebliche Spende

CD

Zum zweiten Mal seit Monatsbeginn wird CDU-Baustadtrat Alexander Straßmeir von Teilen seiner eigenen Fraktion angegriffen. Diesmal geht das Gerücht um, die Weberbank habe in einem Brief eine Spende von 250 000 Mark für die 354 000 Mark teure Umgestaltung des Hohenzollernplatzes angekündigt. Denkbar sei ein Zusammenhang mit einem anderen Vorgang: Nach anfänglicher Ablehnung hatte Straßmeir der Bank erlaubt, als Wohnungen gedachte Räume im 1997 eröffneten Neubau am Hohenzollerndamm als Büros zu nutzen. Straßmeir wies den Verdacht zurück: Er habe die Nutzungsänderung nur gestattet, weil die Bank schließlich "Wohnungen an anderer Stelle nachgewiesen hat".

Am Donnerstag berät darüber der BVV-Bauausschuss. Unklar ist noch, ob der Brief überhaupt existiert. Selbst CDU-Bauexperte Wolfgang Sadowski und Vize-Fraktionschefin Anke Soltkahn, die als Straßmeirs Gegner gelten, wollen das Schreiben nicht kennen. Laut Fraktionschef Dietmar Nobiling wurde "das Thema in einer Fraktionssitzung angesprochen", mehr wisse er nicht. Straßmeir sagte, er habe von dem Brief nur gerüchteweise gehört. Die Weberbank teilte mit, es gebe "noch keine Entscheidung" über einen Zuschuss für ein Projekt in Wilmersdorf. Wahr sei nur, dass man seit längerem über mögliche Spenden spreche.

Bereits zuvor sollen CDU-Mitglieder die SPD ermuntert haben, wegen der vorerst geplatzten Ansiedlung eines Biergartens am Fehrbelliner Platz die Abwahl Straßmeirs zu beantragen (wir berichteten). Beide Vorstöße dienen wohl dazu, seine Chancen bei der Bezirksamtswahl im Fusionsbezirk Charlottenburg - Wilmersdorf zu schmälern. Die CDU wird Ende 2000 drei der sechs Dezernenten stellen. An den Posten interessiert sind auch Wilmersdorfs Bürgermeister Michael Wrasmann, Jugendstadträtin Brigitte Safadi-Fischer, Charlottenburgs Bildungsstadtrat Andreas Statzkowski und der dortige Fraktionschef Klaus-Dieter Gröhler.

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