Berlin : INDIEN IST TREND

-

Sie tragen Namen wie „Maharadscha“ und „KashmirPalace“: Was gestern der Italiener war, scheint in Berlin heute der Inder zu sein. „Indische Restaurants sind absolut im Trend“, sagt Ursula Luchner-Broch von der Industrie- und Handelskammer. Diese Entwicklung hänge eng mit dem Reiseverhalten zusammen, meint sie. Früher sei vornehmlich Südeuropa bereist worden, heute sei aber auch Asien sehr beliebt. Zudem ist Berlin Trendsetter in Deutschland. „Hier gab es viel früher als sonst im Land indische Restaurants.“ Zwar hat die IHK keine gesonderte Statistik, aber ein Blick ins Telefonbuch zeigt, dass die Zahl der Lokale seit dem Jahr 2000 stetig gestiegen ist. Damals waren es knapp 20, dann 2002 schon 40 und in diesem Jahr 55.

Jedoch nicht nur die kulinarischen Spezialitäten sind „in“: Die indischen Liebesschnulzen füllen die Kinosäle, und in den Clubs groovt man zu einer Mischung aus Bhangra-Rhythmen, Indiepop, Reggae und Hiphop. Auch Kleidung, Gewürze und Möbel sind Verkaufsschlager. „Es gibt eine regelrechte Indien-Welle“, sagt der 23-jährige Wekas Gaba, der, wie berichtet, vor zehn Monaten den „Club Deewane“ gegründet hat. Die Ursachen der Indien-Begeisterung sind nach Gabas Meinung n vielfältig. „Asien ist heute häufiger in den Nachrichten, und es gibt viele Inderinnen auf den Laufstegen. Indien ist immer irgendwo“, sagt der Germanistik-Student indischer Herkunft.

„Seit Beginn des Booms treten wir nicht nur bei multikulturellen Stadtfesten auf, sondern werden auch zu privaten Partys eingeladen“, erzählt die 21-jährige Sangeetha Sekaran, die Mitglied der indischen Tanzgruppe „Natya Varsha“ ist. Allerdings glaubt die Studentin nicht, dass das Verständnis für das Heimatland ihrer Eltern durch das neue Interesse gewachsen ist. „Es ist ein oberflächliches Interesse. Alles, was westlich angepasst ist, ist beliebt.“ dpa

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben