Inensenator : Kein ausländerfeindlicher Anschlag

Bei dem Brand in Berlin-Moabit schließt Berlins Innensenator Ehrhart Körting einen ausländerfeindlichen Hintergrund aus.

Berlin (09.08.2005, 12:12 Uhr) - «Es deutet nichts auf einen politischen oder kriminellen Anschlag hin», sagte Körting am Dienstagmittag bei Besichtigung des Brandortes. Möglicherweise sei der Brand, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, aber fahrlässig gelegt worden. Nähere Einzelheiten sollen auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Unterdessen betonten mehrere ausländische Anwohner, es habe bei dem Brand keine Verständigungsprobleme gegeben. Die Hilfe für die überwiegend ausländischen Bewohner sei zu spät gekommen, sagten Betroffene am Dienstag am Rande einer Andacht, die der Landesbischof von Berlin, Wolfgang Huber, in dem Haus abhielt. «Wir sprechen alle gut Deutsch», sagte ein Bewohner. Es habe auch zu wenige Anweisungen durch die Feuerwehr gegeben.

Feuerwehrchef Albrecht Broemme bekräftigte, dass es am Brandort Sprachprobleme gab. Seine Kollegen hätten keine Chance gehabt, ihre Anweisungen verständlich zu machen. Die Feuerwehr hatte die Bewohner nach eigenen Angaben davor gewarnt, aus den Wohnungen in das brennende Holztreppenhaus zu laufen, dass wie ein Kamin brannte. Dennoch seien viele in die Flammen und in den Rauch gelaufen.

Neben Bischof Huber suchten auch ein Iman und mehrere Pfarrer am Dienstag den Brandort auf und sprachen mit den Bewohnern des Hauses.

Laut Broemme ist es wenig praktikabel, künftig verstärkt Sprachkundige an Feuerwehreinsätzen zu beteiligen. «Wir bräuchten in Berlin 40 verschiedene Sprachen.» Das sei «graue Theorie». Die Feuerwehr wollte stattdessen die ausländischen Gemeinden über Brandschutz informieren. (tso)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben