Infektion : Schweinegrippe fordert zwölftes Todesopfer in Berlin

Lange war es still um das Thema Schweinegrippe. Nun hat das H1N1-Virus in Berlin erneut ein Todesopfer gefordert. Eine 44-Jährige ist am Mittwoch an den Folgen der Infektion gestorben.

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Lange war es still um das Thema Schweinegrippe. Nun hat das H1N1-Virus in Berlin erneut ein Todesopfer gefordert. Eine 44-Jährige ist am Mittwoch an den Folgen der Infektion gestorben. Wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte, wurde die Frau bereits am 3. April mit Symptomen einer Lungenentzündung in eine Klinik aufgenommen. Nach dreiwöchigem Aufenthalt starb sie dort an Lungenversagen. Damit sind bisher zwölf Menschen in Berlin infolge der Schweinegrippe ums Leben gekommen.

Der letzte Todesfall liegt elf Wochen zurück, seitdem ist die Zahl der gemeldeten Infizierten von mehr als hundert auf höchstens vier pro Woche zurückgegangen. Auch die öffentliche Aufmerksamkeit hat in den letzten Monaten nachgelassen, die Gesundheitsverwaltung gibt neue Todesfälle seit November nur noch auf ihrer Internetseite bekannt. Obwohl die Grippewelle deutlich zurückgegangen ist, sollten Personen mit Grunderkrankungen, Schwangere und Menschen, die Reisen auf die Südhalbkugel planen, mit ihrem Arzt über eine Impfung reden, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung.

Impfstoff gibt es in Berlin noch mehr als genug. Rund eine Million Dosen waren für die Hauptstadt vorgesehen. Erst im Verlauf der Pandemie wurde klar, dass die Nachfrage viel geringer sein würde. Bis Ende des vergangenen Jahres ließen sich lediglich 130 000 Berliner gegen die Schweinegrippe immunisieren. Ausgeliefert wurden aber weitaus mehr Impfdosen. Zurzeit lagern bei Berlins Ärzten und in einer zentralen Apotheke noch 470 000 unverkaufte Impfungen.

Seit Bekanntwerden des ersten Falls am 13. Juni 2009 sind in Berlin insgesamt 8511 Schweinegrippe-Fälle gemeldet worden. Bundesweit haben sich nach offiziellen Angaben 226 000 Menschen angesteckt, wobei die tatsächliche Zahl höher liegen könnte. Mehr als 250 Deutsche starben an dem Virus.

Trotz des neuerlichen Todesfalls gilt die Grippewelle in Europa als weitgehend ausgestanden. Nach Aussage der UN-Gesundheitsorganisation WHO ist die Grippe jetzt noch in Osteuropa, Ostasien und neuerdings auch in Afrika aktiv. Das niedersächsische Gesundheitsministerium, das derzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz hat, versucht derzeit, die 28 Millionen übrigen Impfdosen aus den Bundesländern ins Ausland zu exportieren. Die Wahrscheinlichkeit, etwas von dem Impfstoff zu verkaufen, werde jedoch geringer, betonte ein Ministeriumssprecher. Der Großteil der Stoffe sei noch bis November haltbar.

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