Infektionskrankheit : 35 Berliner mit EHEC infiziert

Die Zahl der bestätigten Fälle von leichteren EHEC- und den schwerwiegenden HUS-Darminfektionserkrankungen in Berlin steigt weiter. Viele Patienten waren in Norddeutschland.

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Die Zahl der bestätigten Fälle von leichteren EHEC- und den schwerwiegenden HUS-Darminfektionserkrankungen bei Berlinern steigt weiter. Am gestrigen Dienstag wusste die Senatsgesundheitsverwaltung von nachweislich 21 Berliner EHEC-Erkrankten sowie neun lebensbedrohlichen HUS-Krankheitsfällen.  Dazu kommen fünf Patienten, die beim Arzt waren – und bei denen dann unerwartet EHEC-Bakterien im Darm nachgewiesen wurden, obwohl sie gar nicht EHEC haben. Dies sei aber nichts Ungewöhnliches und auch in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen, hieß es bei der Gesundheitsverwaltung.

Die Behandlung der Patienten konzentriert sich in Berlin derzeit auf die Charité, die auch bei der Aufnahme von Betroffenen aus anderen Bundesländern aushilft. „Wir haben zwölf EHEC-Patienten, davon sind zehn an dem lebensbedrohlichen HUS-Syndrom erkrankt“, sagt Charité-Sprecherin Stefanie Winde.

Zumeist sind die Patienten Frauen, sehr viele von ihnen waren zuvor in Norddeutschland. Von den fünf bestätigten EHEC-Patientinnen auf dem Campus Benjamin-Franklin waren mehrere ebenfalls zuvor an der Ost- oder Nordsee verreist, sagt Hans-Jörg Epple, Oberarzt der Abteilung für Darm- und Infektionskrankheiten. Eine der HUS-Erkrankten ist über 70 Jahre alt, die Frau sei in großer Sorge. Die zweite HUS-Erkrankte sei um die 30, auch ihr gehe es schlecht. Die Patientin sei mit einer Freundin aus Frankfurt am Main in Lübeck gewesen, beide Frauen seien anschließend schwer erkrankt, sagt Oberarzt Epple. Drei EHEC-Patienten seien aber bereits entlassen, ihnen gehe es besser. Eine der Charité-Patientinnen ist eine Krankenschwester, die vorher in einer Klinik in Brandenburg arbeitete.

Nach den Meldungen, dass die spanischen Gurken nicht Auslöser der EHEC-Welle sein können, besteht auch in Berlin noch größere Unsicherheit beim Einkauf und der Bestellung von Speisen im Restaurant. Experten empfehlen weiterhin, keinen rohen Salat und rohes Gemüse, Rohmilch und rohe Fleischprodukte von Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen zu essen. EHEC wird von Erregern ausgelöst, die aus dem Darm dieser Tiere stammen.

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