Berlin : Info-Box: Auf Nimmerwiedersehen

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Die Info-Box hat ausgedient, denn der Potsdamer Platz ist im Wesentlichen fertig. Das Gelände, auf dem sie steht, wird für die Wiederherstellung des Leipziger Platzes gebraucht. Nach einer "Abschiedsparty", die die Betreiber am 30. Dezember geben wollen, wird die rote Box daher abgebaut, und zwar von Januar bis März 2001. Das beschloss der Senat gestern endgültig. Ein "großes Straßenfest" werde die "Abschiedsparty wohl aus Wehmutsgründen nicht werden", scherzte Bausenator Strieder.

Entgegen anderen Überlegungen wird die Info-Box auch nicht anderswo wieder aufgebaut. Dies würde 14 Millionen Mark kosten, so Peter Strieder. Er sprach zudem von einem "einmaligen Symbol" für den Bau eines neuen Stadtquartiers. Die Baustelle Alexanderplatz werde vermutlich eine ähnliche Dimension bekommen. Man wolle dort aber "nichts abkupfern". Andere Ideen seien gefragt.

Die Info-Box war in den vergangenen fünf Jahren ein Besuchermagnet und wurde weltweit zum touristischen Begriff. Insgesamt acht Millionen Menschen beguckten dort das Entstehen der Bauten am Potsdamer Platz und Umgebung. Die Prognosen wurden damit weit übertroffen; man hatte mit vier Millionen gerechnet. Errichtet und betrieben wurde der Aussichts- und Informationsbau von Privatinvestoren wie debis, Sony, Deutsche Bahn AG für 10 Millionen Mark.

Das Abgeordnetenhaus hatte den Senat im Juni aufgefordert, die Info-Box als Informationsquelle über den Berliner Städtebau zu erhalten, die Standzeit am jetzigen Ort bis Mitte 2001 zu verlängern und sie dann an einem anderen attraktiven Ort aufzubauen - ohne Kosten für das Land Berlin. Die Investoren wandten sich jedoch strikt dagegen. Dort, wo die Info-Box steht, wird das historische Oktogon des Leipziger Platzes entstehen und eine Grünfläche angelegt. Unmittelbar nach dem Abriss wird mit den Straßenbauten und den Abdichtungssanierungen der U-Bahn begonnen.

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