Info-Container in Berlin zerstört : Linksextremisten geben Tempelhof-Anschlag zu

Zerstörte Scheiben, beschmierte Tafeln - der Container, der über die Bürgerbeteiligung am Tempelhofer Feld informiert, wurde Ziel eines Anschlags. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

von
Streit um die Freiheit. Die Auseinandersetzung um das Tempehofer Feld wird schärfer.
Streit um die Freiheit. Die Auseinandersetzung um das Tempehofer Feld wird schärfer.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Nach dem Anschlag auf einen Infocontainer auf dem Tempelhofer Feld ermittelt der Staatsschutz. Am Wochenende hatten Unbekannte die Scheiben des Containers zum Thema Bürgerbeteiligung an der Oderstraße eingeworfen und Bitumen auf die Ausstellungstafeln gesprüht.

Auf einer Internetseite der linken Szene wurde ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Darin heißt es: „Wir haben keinen Bock auf die Propagandashow des Senats und wir haben keinen Bock auf Luxuswohnungen, die ganz Nordneukölln in einem weiteren Aufwertungsstrudel mit sich ziehen werden.“

Video
Umfrage: Soll auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden?
Umfrage: Soll auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden?

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) erklärte, die Tat sei „absolut inakzeptabel“. Der Container koste „einige 10 000 Euro“. Besonders ärgere ihn der auf dem Container hinterlassene Spruch: „Das ist unsere Form von Bürgerbeteiligung.“ Einigen Akteuren sei offensichtlich völlig egal, was man ihnen anbiete. Müller distanzierte sich auch von der Einschätzung einiger Beobachter, bei den Tätern könne es sich um Provokateure handeln, die das Anliegen der Initiative 100 Prozent Tempelhof in Misskredit bringen wollten. Die Tat nütze weder der einen noch der anderen Seite.

Freiheit auf dem Tempelhofer Feld
Zeugnis aus längst vergangenen Tagen. Mittlerweile sind Flugzeugüberbleibsel fest in der Hand der Natur.Weitere Bilder anzeigen
1 von 11Foto: Kai-Uwe Heinrich
11.05.2013 11:18Zeugnis aus längst vergangenen Tagen. Mittlerweile sind Flugzeugüberbleibsel fest in der Hand der Natur.

Der Container bleibt vorerst geschlossen. Die Scheiben sollen ausgetauscht und die besprühten Tafeln ersetzt werden. Wie lange das dauern wird, konnte die zuständige Tempelhof Projekt GmbH nicht sagen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat insgesamt drei Infocontainer auf dem Feld postiert. Die beiden anderen zu den Themen Freifläche und Randbebauung (Schaustelle Wohnen) seien von dem Anschlag nicht betroffen. Allerdings gab es auch schon in der Vergangenheit einzelne Steinwürfe auf die Infocontainer. Auch eine Mitarbeiterin wurde verbal attackiert.

Die Auseinandersetzung um die Randbebauung ist emotional aufgeladen, weil sich Gegner und Befürworter gegenseitig unterstellen, mit Halbwahrheiten zu argumentieren.

Autor

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben