Berlin : Infobox: Der Container am Potsdamer Platz ist überflüssig geworden - und beschädigt

Eva Schweitzer

Die Zukunft der Infobox ist ungewiss. Der rote Containerbau wird wohl zum 31. Dezember abgerissen. Zwar hat man sich bei der Bauverwaltung noch nicht von dem Gedanken verabschiedet, das Gebäude woanders aufzustellen - im Gespräch sind der Alexanderplatz, der Schlossplatz oder ein Platz vor dem Verkehrsmuseum -, allein, es fehlt die Finanzierung: Nicht nur, dass die Wiederaufbaukosten mit acht bis zehn Millionen Mark berechnet wurden - die Baukosten betrugen 1995 elf Millionen Mark -, auch der laufende Betrieb ist mit zwei Millionen Mark im Jahr veranschlagt, sagt Verwaltungssprecher Joachim Günther. Und der Zustand der Box ist nicht der Beste: Günther weiß von einem Wasserschaden, auch von Korrosionsschäden ist die Rede.

Hingegen meint man bei der Betreibergesellschaft, der Senat habe sich nicht genug Mühe gegeben, Investoren zu finden. "Außerdem wurden für die Wiederaufbaukosten keine Angebote von mehreren Firmen eingeholt", sagt Ariane Ribbeck, die für die Betreiber spricht. In den vergangenen fünf Jahren hatte sich der auf Stelzen gestellte Container als Publikumsmagnet erwiesen: Acht Millionen Besucher wurden bis vergangene Woche gezählt. In dem Bau kann man sich über die Projekte am Potsdamer Platz und den Zentralbahnhof informieren, vom Dach hatte man einen Ausblick auf die Baustelle. Die hier tätigen Investoren haben - zusammen mit der Bauverwaltung - die Infobox auch finanziert.

Nun ist der Potsdamer Platz so gut wie fertig, und die Bahn hat derzeit andere Sorgen, als den Informationsfluss für ihre Großbaustelle sicherzustellen. Für die Infobox gebe es drei Optionen, sagt Günter: Die Stellgenehmigung am Leipziger Platz zu verlängern, einen Wiederaufbau woanders, oder die Verschrottung. Gegen die erste Option spräche allerdings, dass es Bauinteresse für das Grundstück gebe, so Günther. Man habe sogar mit den Veranstaltern der Bundesgartenschau in Cottbus geredet, aber auch denen sei die Aufstellung zu teuer gewesen. Was den Alexanderplatz betrifft - hier sind ein Dutzend Hochhäuser geplant -, plant die Bauverwaltung ohnehin eine Ausstellung, um die Bürger zu informieren, sagte Günther. Aber ob die Infobox dazu geeignet sei, oder ob man doch etwas ganz Neues brauche, sei noch nicht entschieden. Auch das hänge von der Bereitschaft der Investoren dort ab, das Vorhaben zu sponsern.

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