• Initiative demonstrierte gegen strengere Regeln: Trotz Verbots: Freies Radeln im Schlosspark Initiative demonstrierte gegen strengere Regeln

Initiative demonstrierte gegen strengere Regeln : Trotz Verbots: Freies Radeln im Schlosspark

Die Fahrraddemo durch den Charlottenburger Schlosspark fiel gar nicht auf – wegen der vielen anderen Radler, die einfach so da waren.

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Und auch sonst wurde – trotz des brandneuen Verbots – wie immer auf den Wiesen gesessen. Das Ordnungsamt oder Vertreter der Schlösserstiftung waren nicht zu sehen. Die Bürgerinitiative „Rettet den Schlosspark“, der Fahrradclub ADFC und die Umweltgruppe Bund hatten gestern zu einer Demonstration gegen das neue Fahrradverbot im Schlosspark aufgerufen. Mehr als 100 Charlottenburger trafen sich vor dem Schloss – und bekamen Unterstützung von der Berliner Politik.

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Klaus-Dieter Gröhler (CDU) griff die Schlösserstiftung an. Das Verbot sei „schizophren“, sagte er auf der Kundgebung am Spandauer Damm vor dem Schloss. Durch die Radler werde „der historische Park nicht beschädigt“.

Bereits am Freitag hatte der für das Ordnungsamt zuständige Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) angekündigt, dass seine Leute „keine Regeln durchsetzen werden, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen“. Gröhler sagte gestern, dass das Ordnungsamt nur einschreiten werde, „wenn Rowdies durch die Rabatten radeln“. Im August solle es ein Gespräch mit dem „Schlösser-Chef“ geben. „Dann muss Hartmut Dorgerloh sich bewegen“, sagte Gröhler.

Der Europa-Abgeordnete Michael Cramer (Grüne) sagte, der Uferweg am Rande des Parks sei Teil des Spreeradweges von Spandau nach Mitte. Den gleichen Konflikt wie in Charlottenburg gibt es im Park Babelsberg und im Neuen Garten in Potsdam – dort führt der Mauerradweg durch die Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten – auch dort wurde gestern Nachmittag demonstriert. Anders als in Berlin darf die Stiftung in Brandenburg jedoch eigene Parkwächter einsetzen. Die haben mittlerweile schon hunderte Bußgelder erhoben, wenn Besucher per Rad auf den Wegen unterwegs waren oder die Wiesen betraten.

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