Berlin : Initiative lehnt Häuserabriss ab Ausbau des Flughafens Tegel

beträfe bis zu 400000 Menschen

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Als „absoluten Blödsinn“ bezeichnete der Sprecher der Initiative „Bürger gegen das Luftkreuz auf Stadtflughafen“, Johannes Hauenstein, den Vorschlag von ExLufthansachef Heinz Ruhnau, Tegel auszubauen und Häuser in der Einflugschneise abzureißen, nachdem Mieter vorher durch Eigentumswohnungen „großzügig entschädigt“ worden seien. Dies sei billiger, als in Schönefeld einen neuen Flughafen zu bauen, ist Ruhnau überzeugt. Vor allem das Wohnen rings um den Kurt-Schumacher-Platz, der von den Flugzeugen in knapper Höhe überflogen wird, sei unzumutbar. Nach Ansicht Hauensteins, der sich seit Jahren dafür einsetzt, den Flughafen Tegel zu schließen, hat Ruhnau übersehen, dass der Bereich viel größer ist, in dem Menschen unter dem Lärm der Flugzeuge leiden. Betroffen seien 300 000 bis 400 000 Menschen, die auf einer Fläche von etwa 70 Quadratkilometern lebten – fast einem Zehntel der gesamten Stadtfläche.

Ruhnau will den Bereich jedoch enger fassen. Durch einen steileren Anstieg der Maschinen sei es zudem möglich, den Lärm zu reduzieren. Der steilere Anstieg führe allerdings zu einem höheren Spritverbrauch der Flugzeuge. Mit dem Angebot auf Eigentumswohnungen biete man den Bewohnern eine Chance, in ein besseres Umfeld zu ziehen, meint Ruhnau. Die Stadtentwicklungsverwaltung wollte sich zu dem Vorschlag gar nicht äußern, weil er nicht ernst zu nehmen sei.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Auseinandersetzungen um den Ausbau Tegels gegeben. Planungsexperten halten es für nicht möglich, dass ein neues Abfertigungsgebäude heute noch genehmigt werden könnte. Selbst als die Deutsche BA Mitte der 90er Jahre ihren Sitz nach Berlin legen wollte, war man nicht bereit, ihr neue Räume bereit zu stellen. Die Flughafengesellschaft zog es dann vor, nach München zu gehen. kt

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