Berlin : Initiative "Rettet den Großen Tiergarten" plant handfeste Aktionen

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Die Bürgerinitiative "Rettet den Großen Tiergarten vor der Love Parade" will Ernst machen. Wenn am 8. Juli über eine Million Spaßtouristen aus ganz Deutschland und halb Europa zu Techno-Klängen auf der Straße des 17. Juni entlang- ziehen, müssen sie mit "handfesten, griffigen, schlagkräftigen Aktionen" von Love-Parade-Gegnern rechnen. Das hat Margarethe Pape, Sprecherin der Bürgerinitiative, am Donnerstag angekündigt. Frau Pape beschrieb die geplanten Aktionen nicht genauer, sprach jedoch von einer "unblutigen Strategie für überraschende Besuche bei der Love Parade". "Wir haben professionelle Leute", sagte sie.

Bei den Gesprächen am Runden Tisch mit Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) handelt es sich nach Ansicht der Bürgerinitiative um reine Alibiveranstaltungen. Branoner wolle die Großveranstaltung offenbar um jeden Preis im Tiergarten halten. Alternativen wie Flughafen Tempelhof, Heerstraße mit Theodor-Heuss-Platz, Karl-Marx-Allee (Friedrichshain) oder Holzmarktstraße und Mühlenstraße (Mitte) seien bei den Runden Tischen im Dezember 1999 gar nicht ernsthaft diskutiert worden.

Dabei hat sich die BVV Tiergarten längst geschlossen hinter Baustadtrat Horst Porath gestellt, der die Großveranstaltung lieber heute als morgen in einen anderen Bezirk verlegen würde. Auch Bausenator Peter Strieder (SPD) sprach sich vor einem Monat in einem Brief an die Bürgerinitive dafür aus, ernsthaft nach einer Alternativroute zu suchen. Innensenator Eckart Werthebach (CDU) schrieb am 6. März an die Bürgerinitiative: "Die als Versammlung angemeldete Love Parade wird auch in diesem Jahr rechtlich als Versammlung behandelt." Eine andere Entscheidung ist nach den Worten des Innensenators "schon wegen der langjährig geübten Praxis aus Rechtsgründen kaum möglich".

Auch der Bund der Steuerzahler steht auf der Seite von Margarethe Pape und ihrer Initiative. "Der Bund der Steuerzahler Berlin beurteilt es als unerträglich, dass auch dieses Jahr die Love Parade wieder zum Teil auf Kosten der Steuerzahler ausgetragen werden soll", schrieb der Vorsitzende Günter Brinker und verwies auf die immensen Schäden: 340 000 Mark habe es 1999 gekostet, die Flurschäden zu beseitigen. Der Tiergartener Baustadtrat Horst Porath hatte vorgerechnet, dass bei den vier Paraden seit 1996 im Großen Tiergarten insgesamt Schäden für über eine Million Mark festgestellt worden sind.

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