Berlin : In Ruhleben verbrennt Berlins Müll

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Mit einem Festakt wurde am Montag in Ruhleben das Müllheizkraftwerk der BSR in Betrieb genommen. Der Bau dauerte drei Jahre und kostete 150 Millionen Euro. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte, dass man im Zeit- und Kostenrahmen geblieben ist. „Wir kennen andere Projekte, wo dieses etwas schwieriger ist“, sagte er in Anspielung auf den Flughafen.

BSR-Chefin Vera Gäde-Butzlaff wollte angesichts des Ereignisses „nichts sagen über die Tiefen der letzten Jahre“. Wie berichtet, muss sich Ex-Finanzvorstand Lothar Kramm vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Rahmen der Ausschreibung für das Projekt einem mitangeklagten Lobbyisten Betriebsgeheimnisse verraten zu haben. Der Angeklagte bestreitet dies.

Bei einer Kapazität von rund einer halben Million Tonnen im Jahr wird die Hälfte des Berliner Hausmülls in Ruhleben entsorgt. Mit der bei der Verbrennung erzeugten Energie versorgt allein der neue Kessel fünf Prozent des Strom- und Fernwärmebedarfs der Berliner. Ein Viertel des in Ruhleben angelieferten Mülls wird als Metall recycelt oder in Form von Schlacke als qualitätsüberwachter Baustoff genutzt. Auf diese Weise können auch langfristig niedrige Gebühren gewährleistet werden, betonte die BSR.

Vertreter von Umweltverbänden sehen die neue Anlage allerdings kritisch. Sie befürchten, dass die Menge des Mülls in der Stadt weiter steigt, weil Verbrennen kein Anreiz zur Müllvermeidung sei. Berlin müsse sich beim Recycling mehr engagieren.Rainer W. During

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