Berlin : Ins Kaufhaus gerast

Erst am Potsdamer Platz, jetzt in der Schlossstraße: Wieder fahren Diebe mit Auto in Juweliergeschäft

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Nur drei Tage nach dem Einbruch mit einem Auto in ein Juweliergeschäft am Potsdamer Platz sind Unbekannte auf dieselbe Weise in ein Kaufhaus eingedrungen – diesmal in der Steglitzer Schlossstraße. Mit einem gestohlenen Ford Fiesta rasten die Einbrecher in der Nacht zu Freitag über den Bürgersteig, dann durch die große Schaufensterscheibe und gleich weiter bis in die Schmuckabteilung des Kaufhauses.

Von einem „Blitzeinbruch“ sprach die Polizei am nächsten Morgen, da die Tat in nur wenigen Minuten verübt wurde. Mindestens zwei Männer sollen in dem Ford gesessen haben, als er gegen 3.15 Uhr durch das Schaufenster fuhr. Mehrere Scheiben zersplitterten, auch Vitrinen gingen zu Bruch. Durch das rabiate Einsteigen wurde die Alarmanlage ausgelöst, die das Untergeschoss künstlich vernebelte, um den Tätern die Orientierung zu nehmen. Zeugen beobachteten, wie zwei Männer daraufhin zu Fuß in die Markelstraße flüchteten. Die alarmierte Polizei konnte die beiden jedoch nicht fassen.

Am nächsten Morgen reparierten Glaser und Techniker den zerstörten Eingang; die Ermittler sperrten die Juwelierabteilung mit Flatterband ab („Halt, Polizei, Tatort nicht betreten!“). Die Goldschmuckvitrinen waren eingeschlagen – und leer. Ein Polizeisprecher aber sagte: „Nach bisherigen Ermittlungsstand haben die Täter keinen Schmuck entwendet.“ Die „Karstadt“-Filialleitung war gestern nicht zu erreichen.

Der Ford wurde in der Nacht zu Dienstag in der Paretzer Straße in Wilmersdorf gestohlen. Er gehört der Krankenpflege.

Erstaunlich sind die Parallelen zum Einbruch in der Nacht zu Dienstag. Da waren Unbekannte mit einem gestohlenen Volvo durch die Potsdamer Platz Arkaden und dann in den Juwelierladen „Christ“ gefahren, wo sie Uhren stahlen. Ob es sich um dieselben Täter handelt, sei unklar, teilte die Polizei mit. Schon im Jahr 2007 war ein Einbruch in ein Juweliergeschäft in Reinickendorf auf diese Art verübt worden. Der Täter konnte damals nicht gefasst werden. Björn Stephan

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