Berlin : Ins Olympiabad regnet’s rein

Die Kabinen sind marode, müssen jedes Jahr saniert werden. Jetzt wird nach neuen Lösungen gesucht

Lisa Rogge

Der Sommer kehrt noch einmal zurück. Kurz nur, aber immerhin. Bis zu 25 Grad und kaum Wolken – am Mittwoch und Donnerstag können sich die Berliner auf schönstes Badewetter freuen. Auch das Sommerbad am Olympiastadion hofft auf viele Besucher. Und das, obwohl die Zuschauertribüne neben dem Becken so marode ist, dass jeden Winter das Wasser in die darunterliegenden Umkleideräume läuft. „Jedes Frühjahr müssen wir die Schäden mit viel Aufwand reparieren lassen“, sagt Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäderbetriebe. Durch das eindringende Wasser bröckelt der Putz ab, auch die Fliesen zerspringen durch gefrorenes Wasser. Mittlerweile sei der Zustand der Anlage so schlecht, dass Kosten und Nutzen der Sanierung nicht mehr im Verhältnis stünden. Dieses Jahr musste das Bad für mehr als 200 000 Euro wieder in Schuss gebracht werden. Bei den Bäderbetrieben wird schon über Alternativen nachgedacht: „Vielleicht stellen wir im nächsten Jahr lieber Duschcontainer auf“, sagt Oloew. Ganz geschlossen wird das Bad aber nicht.

Dabei wird die verfallene Tribüne gar nicht mehr benötigt. Errichtet wurde sie einst zu den Olympischen Spielen 1936. Heutzutage werden aber Schwimmwettbewerbe in Berlin nicht mehr unter freiem Himmel ausgetragen. Und auf die Ränge – einst fanden dort mehr als 15 000 Zuschauer Platz – würde eh keiner kommen, die Tribüne ist seit mehreren Jahren gesperrt. Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) schlägt nun vor, ein Dach errichten zu lassen und so das Gebäude vor dem Wasser zu schützen. Das wäre günstiger als eine gesamte Sanierung der Sitzplätze. Ein zweistelliger Millionenbetrag wäre nötig.

Gebaut wird auch direkt nebenan. Ein Gebäude, das von den Alliierten als Fahrzeugunterstand genutzt wurde, wird zu einer Sporthalle umgebaut. Denn im Olympiapark sollen ab 2015 Schüler der sportbetonten Poelchau-Oberschule trainieren. Lisa Rogge

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