Berlin : Insolvenz verschleppt

Bewährungsstrafe für Ex-Chef von Radio Hundert,6

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Der Ex-Geschäftsführer des früheren Berliner Privatradios Hundert,6, Thomas Thimme, ist wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu elf Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt worden. Einen entsprechenden Strafbefehl erließ gestern das Amtsgericht Tiergarten. Ein zunächst angesetzter Prozess gegen den 52-Jährigen wurde damit überflüssig. Thimme hatte nach Überzeugung des Gerichts erst im April 2005 Insolvenz für die Radio Hundert,6 Medien GmbH angemeldet, obwohl die Gesellschaft bereits seit Dezember 2003 zahlungsunfähig war. Zudem waren Honoraransprüche des damaligen Geschäftsführers über rund 230 000 Euro falsch als Darlehen verbucht. Dies wertete das Gericht als Untreue.

Zu dem Ende des Strafverfahrens ohne Prozess war es nach Angaben des Verteidigers aufgrund zahlreicher Vorgespräche mit der Berliner Staatsanwaltschaft gekommen. Thimme habe die Vorwürfe rückblickend zugegeben. Er habe allerdings im Grunde immer nur versucht, den 1987 vom Filmemacher Ulrich Schamoni mitbegründeten Sender zu retten. Mietrückstände in Millionenhöhe seien eines der Hauptprobleme gewesen. Thimme habe vergeblich überhöhte Forderungen des Vermieters geltend gemacht. Zum Vorwurf der Untreue sagte der Anwalt, mit dem Darlehen habe Thimme seine Mitarbeiter und sich selbst bezahlt. „Es war ein Trick des Steuerberaters, der aber nicht durchdacht war.“ K. G.

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