Integration als Thema : Wowereits Buch verspätet sich

Es soll kein "Anti-Sarrazin" sein, doch Klaus Wowereit will ein Buch zum Thema Integration vorlegen. Nun wurde die Veröffentlichung verschoben.

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Buschkowsky ist überall: Neben notorischer Medienomnipräsenz hat es Neuköllns Bürgermeister jetzt auch auf ein Buchcover geschafft. Sein Werk über das allgegenwärtige Neukölln ist eine erneute Breitseite gegen Multikulti-Träumer. Heinz Buchkowsky ist nicht der einzige Hobbyschriftsteller, der in seinem eigentlichen Job nicht ausgelastet scheint. Eine Bildergalerie.Alle Bilder anzeigen
22.09.2012 14:30Buschkowsky ist überall: Neben notorischer Medienomnipräsenz hat es Neuköllns Bürgermeister jetzt auch auf ein Buchcover...

„Mut zur Integration – für ein neues Miteinander“ wird das Buch von Klaus Wowereit heißen. Erscheinen soll es am 20. Mai, so stand es jedenfalls auf der Internetseite des Vorwärts-Buchverlags. Nun soll das Buch des Regierenden Bürgermeisters, das als Replik auf die umstrittenen Thesen des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin verstanden wird, überraschend erst am 15. Oktober 2011 erscheinen. „Ein Erscheinen im Sommer haben wir nicht für sinnvoll erachtet“, teilte Mitarbeiterin Nicole Stelzner mit. Dafür könne man im Herbst das Buch „super auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren“.

Der Regierende Bürgermeister wollte auf rund 120 Seiten darlegen, warum es sich „lohnt, für eine integrative, sozial gerechte Gesellschaft in Deutschland zu kämpfen“. Das Buch sollte fast zeitgleich mit Wowereits Nominierung als SPD-Spitzenkandidat für die Wahl am 18. September erscheinen und für seine Politik werben – nun kommt es erst nach der Wahl in die Buchläden. Noch in der Woche vor Ostern wurde dem Tagesspiegel vom Verlag bei Nachfrage nichts von einer Verschiebung angedeutet.

„Das ist schon länger klar“, sagt dagegen Björn Böhning, der als strategischer Berater für den Regierenden Bürgermeister arbeitet: Das sei schon vor zwei Monaten entschieden worden. Mit der SPD-internen Aufregung um das eingestellte Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin habe die Terminverschiebung jedenfalls nichts zu tun, sagt Björn Böhning. Die Streitschrift sollte auch „kein Anti-Sarrazin“ sein, sondern Integrationspolitik aus der Sicht des Regierenden Bürgermeisters beschreiben. Wowereit ist im SPD-Bundesvorstand für dieses Thema zuständig. Er hatte schon im September 2010 Sarrazin zum Parteiaustritt aufgefordert. Die Terminänderung habe auch „damit zu tun, dass der Regierende Bürgermeister in diesem Jahr besonders eingespannt ist“, sagt Böhning, der Wortführer der SPD-Linken in der SPD-Bundespartei ist. Außerdem wolle man nicht der Arbeit der „Zukunftswerkstatt Integration“ vorgreifen, die u.a. von Klaus Wowereit geleitet wird.

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