Integration : Wowereit entschuldigt sich

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich für seine Bemerkung zu Kreuzberger Schulen entschuldigt.

Berlin - Er bedauere, dass seine Äußerung missverständlich war und er damit viele engagierte Menschen in diesem Berliner Stadtteil getroffen habe, sagte er bei der Verleihung der "Berliner Tulpe für deutsch-türkischen Gemeinsinn". Wegen der Missverständlichkeit sei es "politisch falsch gewesen, diesen Satz so zu sagen".

Der Regierungschef hatte in der vergangenen Woche in einer TV-Sendung gesagt, wenn er Kinder hätte, würde er sie nicht auf eine Kreuzberger Schule schicken. "Ich kann auch jeden verstehen, der sagt, dass er da seine Kinder nicht hinschickt." Für diese Bewertung über den Stadtteil mit hohem Ausländeranteil und vielen sozialen Brennpunkten hatte er viel Kritik geerntet.

Zuvor hatte Wowereit auf der Verleihung betont, dass eine Stadt wie Berlin von der Vielfältigkeit der Kulturen lebe. Oft stünden nur die Probleme der Integration im Vordergrund und nicht das Potenzial, welches sich aus dem Miteinander unterschiedlicher Nationen ergebe. Integration heiße Brücken schlagen, jeder solle seine Identität behalten. Vielfalt sei keine Bedrohung, sondern Bereicherung, unterstrich Wowereit.

Erster Preis für Verein Diyalog

Die Preise gingen alle an Kreuzberger Projekte. Den ersten Platz belegte der Verein Diyalog, der jährlich das gleichnamige Theaterfest ausrichtet. Der zweite Preis wurde geteilt. Die Auszeichnungerhielten die Aktion "Buntes Kreuzberg" und der Verein der Freunde der Lemgo-Grundschule in Kreuzberg.

27 Projekte, die von deutschen und türkischstämmigen Berlinern betrieben werden, haben sich nach Angaben des Senats um die "Berliner Tulpe" beworben. Eine Jury unter Vorsitz des Integrationsbeauftragten Günter Piening entschied über die Sieger.

Die "Berliner Tulpe" ist ein Preis von Radyo Metropol FM, Senatskanzlei Berlin, dem Integrationsbeauftragten und der Werkstatt der Kulturen. (tso/ddp)

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