Integration : Ziegler sieht in geringerer Zuwanderung politische Herausforderung

Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler hat vor weit reichenden Folgen der geringeren Zuwanderung von Ausländern gewarnt.

Potsdam - Im vergangenen Jahr seien nur noch 357 Spätaussiedler und 29 jüdische Zuwanderer nach Brandenburg gekommen, sagte Ziegler (SPD) anlässlich der 9. Landesintegrationskonferenz in Potsdam. 2002 seien noch rund zehn Mal so viele Zuwanderer gezählt worden. Die erheblich sinkenden Zahlen stellten die Politik vor neue Herausforderungen. Vor allem in strukturschwachen Gebieten werde es immer schwerer, zur Integration notwendige Strukturen vorzuhalten.

Betroffen seien etwa Integrationskurse, Kindergärten, Schulen oder Betreuungsangebote für Migranten. Ohne eine Zentralisierung könnten kaum noch Integrationskurse in der Fläche erhalten werden. Schon jetzt seien kaum noch flächendeckende Angebote möglich. Bereits erreichte Standards in der Integrationsarbeit seien dadurch gefährdet.

"Hier müssten innovative Lösungen gefunden werden", betonte die Ministerin. Auch Landkreise, kreisfreie Städte und Gemeinden müssten sich in ihren Aufnahme-, Unterbringungs- und Beratungsstrukturen den sinkenden Zuwanderungszahlen anpassen. Ziegler regte dabei eine verstärkte kreisübergreifende Zusammenarbeit an.

Aus Sicht von Ziegler ist Brandenburg auf Zuzügler aus dem Ausland angewiesen. Ohne sie werde das Land seinen Fachkräftebedarf in Zukunft nicht decken können. Darauf müssten die Angebote in der Integrations- und Migrationspolitik zugeschnitten werden.

Die Landesintegrationsbeauftragte Karin Weiss mahnte auf der Konferenz, Zuwanderung stärker als bisher als Chance zu begreifen. Ressourcen und Kompetenzen der Zuwanderer in Brandenburg müssten sichtbar und nutzbar gemacht werden. (tso/ddp)

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