Integrationspolitik : NRW-Minister kritisiert Sarrazin und Berlin

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hat dem früheren Berliner Senator Thilo Sarrazin (SPD) "maß- und geschmacklose Polemik" vorgeworfen. Sie sei "eine Abrechnung mit seiner eigenen gescheiterten Politik als Finanzsenator in Berlin", sagte Laschet dem Tagesspiegel.

Andrea Dernbach

Kein anderes Bundesland mache eine so schlechte Integrations- und Bildungspolitik wie das rot-rot regierte Berlin. "Sarrazin vergiftet das Integrationsklima und entmutigt Menschen statt vorhandene Defizite abzubauen." Tatsächlich seien "angesichts der jahrzehntelangen kollektiven Realitätverweigerung" die Erfolgsgeschichten der Integration "beeindruckend".

In deutlich drastischeren Worten hatte zuvor der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, Sarrazin „geistige Nähe“ zu NS-Gedankengut vorgeworfen. Seine jüngsten Äußerungen über Türken und Araber in Berlin seien nicht nur „perfide, infam und volksverhetzend“, sie hätten auch „Göring, Goebbels und Hitler große Ehre gemacht“. Wie Sarrazin „sein Lieblingswort Unterschichten“ gebrauche, erinnere ihn „fatal an die Untermenschen der Nazis“, sagte Kramer.

Sarrazin, inzwischen im Vorstand der Bundesbank, hatte in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre“ unter anderem erklärt, 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Migranten hätten eine aggressive und primitive Mentalität. Viele hätten keine produktive Funktion, es sei denn im Obst- und Gemüsehandel.

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