Integrationsprojekt : Migranten helfen Migranten

Ein parteiübergreifendes Projekt will jungen Menschen aus Einwandererfamilien zivilgesellschaftliches Engagement schmackhaft machen und ist am Montag in Neukölln gestartet. Mit Unterstützung von EU und Bund sollen die jungen "Lotsen" künftig andere bei Sprachproblemen und Behördengängen unterstützen.

BerlinJunge Menschen aus Einwandererfamilien sollen künftig andere Jungen und Mädchen mit ausländischen Wurzeln ehrenamtlich unterstützen. Für das Integrationsprojekt "Junge Migranten als Lotsen (JuMiLo)" gaben Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) und der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Montag in Berlin den Startschuss. Ziel der Initiative sei, junge Migranten für zivilgesellschaftliches Engagement zu begeistern und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten so gewinnbringender für die gesamte Gesellschaft nutzen, sagte Schäuble.

Die Jugendlichen sollen gleichaltrigen Zuwanderer aber auch Menschen ohne Migrationsgeschichte zum Beispiel bei Sprachproblemen, in der Schule oder im Umgang mit Ämtern und Behörden helfen. "Wer junge Menschen erreichen will, muss ihnen das Gefühl geben, ernst genommen zu werden", sagte Buschkowsky und fügte hinzu: "Und wenn es um junge Migranten geht, dann ist niemand authentischer als Migranten, die ihre Kompetenzen eingebracht und hierdurch ihren Platz in der Gesellschaft eingenommen haben." Auch von der Leyen hob die Bedeutung junger Migranten im Integrationsprozess hervor: "Wir brauchen das Potenzial dieser jungen Menschen."

Das dreijährige Projekt soll zunächst an 15 Standorten bundesweit erprobt werden. Neben Berlin-Neukölln sind dies Bonn, Essen, Freudenstadt, Gütersloh, Hannover, Jena, Lampertheim, München, Marburg, Neumarkt, Nürnberg, Soest, Schweinfurt und Viersen. (jz/ddp)

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