Berlin : Integrierte Türken integriert - Zum Eingliederungs-Kurs kamen fast nur Akademiker

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Die einwöchigen Integrationskurse, die der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) vom 22. bis zum 26. November als Modellversuch durchgeführt hat, sind von der Sprecherin des Bundes, Eren Ünsal, als voller Erfolg gewertet worden. Dennoch tauchte ein Problem auf. "Wir waren bereits im Vorfeld über den hohen Bildungsgrad der Bewerber verblüfft", sagte Eren Ünsal bei der Auswertung. So hatten die 18 Teilnehmer aus der Türkei größtenteils Abschlüsse von weiterführenden Schulen, Universitäten oder eine Berufsausbildung.

Auch das Alter der acht Männer und 10 Frauen ist mit 19 bis 37 Jahren erstaunlich jung. Es waren also Menschen, die in der Regel hoch motiviert sind, sich in ihre neue Umgebung einzuleben. Zwar sei die Auswertung nicht repräsentativ, aber der TBB werde sich auch dieses Problems annehmen, wenn es darum gehe, ein endgültiges Format zu entwickeln, sagte Ünal. Zwei Teilnehmerinnen bestätigten die ersten Eindrücke. Ayse Möbius, die erst seit drei Monaten dauerhaft in Berlin lebt, sagte, sie habe viel gelernt. Zum Teil antwortete die türkische Lehrerin auf die Fragen der Journalisten auf Deutsch und verblüffte sie damit. "Ich war schon mal kurze Zeit hier und habe in dieser Zeit ein wenig Deutsch gelernt", erklärte die junge Frau, die mit einem Deutschen verheiratet ist. Auch die Modedesignerin Merat Beriç, die mit einem Berliner Türken verheiratet ist und noch kein Deutsch kann, bestätigte das Bild der hohen Vorbildung. Beide erfüllten trotzdem die Voraussetzungen, um an dem "Vorzeige-Projekt" mitmachen zu dürfen: Höchstens ein Jahr Aufenthalt in Deutschland und ein geklärter Aufenthaltstatus.

Die Zielgruppe der Integrationskurse nach holländischem Modell seien aber vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsgrad, sagt Ünal.

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