Intendanz in Berlin : Armin Petras startet mit "Theaterspektakel"

Armin Petras startet seine Intendanz am Berliner Maxim Gorki Theater mit einem zweitägigen "Theaterspektakel". Zur Saisoneröffnung am 29. und 30. September bringt Petras jeweils zehn Stücke an einem Abend auf die Bühne.

Berlin - Bespielt werden neben dem Großen Haus und der Studio-Bühne unter anderem der Parkplatz des Theaters sowie das Kastanienwäldchen hinter der Neuen Wache Unter den Linden. Der 42-jährige Petras, unter dem Pseudonym Fritz Kater auch als Dramatiker bekannt, folgt als Intendant Volker Hesse nach, dessen Vertrag Berlins Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei) nicht verlängert hatte.

Er wolle am Gorki Theater neben Klassikern vor allem zeitgenössische Dramatik zeigen, kündigte Petras am Mittwoch an. «Junge, deutsche Autoren werden in dieser Stadt zu wenig gespielt.» Gleich ein Dutzend Uraufführungen neuer Stücke werde es in der ersten Saison geben. Für sein nur 19-köpfiges Ensemble verpflichtete Petras unter anderen Fritzi Haberlandt, Ulrich Anschütz, Peter Kurth, Ursula Werner, Ruth Reinecke und Ronald Kukulies. Das Ensemble sei eine Mischung aus sehr guten, gestandenen Schauspielern und jungen Talenten.

An den Eröffnungsabenden inszeniert Petras Einar Schleefs «Das Haus» als Uraufführung sowie Ibsens «Baumeister Solness». Zwei weitere Uraufführungen werden gezeigt: die Bühnenfassung von Fassbinders Film «Mutter Küsters Fahrt zum Himmel» und Raul Zeliks «Berliner Verhältnisse».

Maxim Biller schrieb für das Gorki Theater die Großstadt-Satire «Menschen in falschen Zusammenhängen», die im Oktober uraufgeführt wird. Als Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt bringt Petras im Januar 2007 Kleists «Prinz Friedrich von Homburg» auf die Bühne. Gemeinsam mit dem österreichischen Festival «Steirischer Herbst» entsteht das Stück «Tanzen!» (Premiere 8. Oktober), das Petras als Fritz Kater schreibt. Uraufgeführt werden außerdem Stücke von Anja Hilling und Dea Loher.

Petras arbeitete bereits für Bühnen wie das Frankfurter TAT, die Münchner Kammerspiele, das Hamburger Thalia Theater und das Schauspiel Frankfurt. Von 1999 bis 2000 war er Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel. Zuletzt leitete Petras unter anderem die Experimentalbühne des Schauspiels Frankfurt. Für seine Stücke über die deutsch-deutsche Wirklichkeit erhielt Petras den Mülheimer Dramatikerpreis und Einladungen zum Berliner Theatertreffen. Von der Fachzeitschrift «Theater heute» wurde er 2003 und 2004 zum «Autor des Jahres» gekürt. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar